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	<title>k u n s t        u n ( d )         s i n n &#187; Ansichten</title>
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	<description>&#34;Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.&#34;                                                   (Ludwig Hevesi, Wahlspruch der Wiener Secession)</description>
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		<title>Ansichten: Markus Wirthmann</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bildhauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Georg-Kolbe Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Wellmann]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>
		<category><![CDATA[Wirthmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Äolik in der Streusandbüchse Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No.13—Markus Wirthmann Manche Ausstellungen wirken stärker in einem intimeren Rahmen. Gerade acht Quadratmeter misst die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum in Westend. In diesem kleinen aber feinen Projektraum stellt sich Ausstellungsleiter Marc Wellmann seit 2009 der Herausforderung aktuelle bildhauerische Einzelpositionen zu zeigen, die den Skulpturbegriff in seiner Vielfalt behandeln. Kunstkammerkandidat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_428" class="wp-caption alignleft" style="width: 117px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-2-von-21.jpg"><img class="size-medium wp-image-428  " title="Markus Wirthmann (2 von 2)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-2-von-21-224x300.jpg" alt="" width="107" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Äolik in der Streusandbüchse, Wirthmann</p></div>
<p><strong>Äolik in der Streusandbüchse</strong></p>
<p><strong>Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No.13—Markus Wirthmann</strong></p>
<p>Manche Ausstellungen wirken stärker in einem intimeren Rahmen. Gerade acht Quadratmeter misst die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum in Westend.<span id="more-426"></span></p>
<p>In diesem kleinen aber feinen Projektraum stellt sich Ausstellungsleiter Marc Wellmann seit 2009 der Herausforderung aktuelle bildhauerische Einzelpositionen zu zeigen, die den Skulpturbegriff in seiner Vielfalt behandeln.</p>
<p>Kunstkammerkandidat Nummer 13 ist Markus Wirthmann. Der 1963 in Aschaffenburg geborene Künstler entwickelte an den Kunstuniversitäten in Braunschweig und Berlin ein ausgeprägtes Interesse für naturwissenschaftliche Vorgänge, die er seither versucht in Bildhauerei zu übersetzen.</p>
<p>Unbildbare Materialien wie Luft, Licht und Wasser haben es dem Künstler angetan. Um diese flüchtigen Stoffe einzufangen baut Wirthmann teils hochkomplizierte Systeme.</p>
<p>Aus einer Presse und einem Kompressor etwa bastelte Wirthmann 1995 eine pneumatische Wellenmaschine. In einem beinahe dreizehn Meter langem Wasserbecken in einer Londoner Galerie erzeugte die Installation eine Welle, die durch den Raum rollte und verebbte, von neuem begann, verebbte. Eine einzelne Woge, die als gefangen zur Schau gestellt wurde.</p>
<p>Auch in seinem aktuellen Projekt ist das Ausgangsmaterial schwer zu bändigen: Sand.</p>
<div id="attachment_430" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-1-von-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-430" title="Markus Wirthmann (1 von 2)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-1-von-2-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Namibischer Wüstensand</p></div>
<p>In die Zwischenböden zweier windschiefer, mehrstöckiger Baumarktregale bohrte Wirthmann Löcher, durch die einige hundert Kilo Quarzsand aus vier Behältnissen unablässig herab rieseln und von Etage zu Etage faszinierende Miniatur-Wüstenlandschaften bilden. Zwei Ventilatoren verblasen die Staubkörner dazu, so dass es unter den Sohlen der Besucher knirscht.</p>
<p>Der Titel „Äolik in der Streusandbüchse“ bezieht sich auf das unendlich feine Zusammenspiel zwischen Wind und Sandkörnern, wie ihn der Künstler während eines Aufenthalts in der Namib-Wüste 2001 beobachtete.</p>
<p>Feinsinnig spielt Wirthmann aber auch auf ein Stück preußische Geschichte an. Schließlich war die „Streusandbüchse“ Friedrich des Großen ein mit Sand gefülltes Utensil zum Trocknen der Tinte und zugleich ein parodistisch gemeintes Bonmot zur Beschreibung des unfruchtbaren märkischen Bodens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kunstkammer No. 13—Markus Wirthmann, „Äolik in der Streusandbüchse“, bis 05. Februar 2012, Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, Di-So 10-18 Uhr</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Laila Niklaus (erschienen im TIP, 22.11.2011)</strong></p>
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		<title>Ansichten: Horst Ademeit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 12:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Art brut]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Outsider Art]]></category>

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		<description><![CDATA[Wundersamer Außenseiter &#8211; Horst Ademeit Secret Universe Reihe – Hamburger Bahnhof „Nur noch ein Frage der Zeit, wann ich sie auf frischer Tat ertappen lassen werde!“ Mit dem sinnigen Ausspruch des Künstlers Horst Ademeit, auf ein Stückchen Pappe geschrieben, startet im Hamburger Bahnhof die ungewöhnliche Ausstellungsreihe „Secret Universe“. Die Kuratorinnen der Ausstellungsserie Claudia Dichter und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_264" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof.jpg"><img class="size-medium wp-image-264" title="Horst Ademeit_Hamburger Bahnhof" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Horst Ademeit</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wundersamer Außenseiter &#8211; Horst Ademeit</strong></p>
<p><strong>Secret Universe Reihe – Hamburger Bahnhof</strong></p>
<p>„Nur noch ein Frage der Zeit, wann ich sie auf frischer Tat ertappen lassen werde!“ Mit dem sinnigen Ausspruch des Künstlers Horst Ademeit, auf ein Stückchen Pappe geschrieben, startet im Hamburger Bahnhof die ungewöhnliche Ausstellungsreihe „Secret Universe“.<span id="more-263"></span></p>
<p>Die Kuratorinnen der Ausstellungsserie Claudia Dichter und Susanne Zander wollen einen mehrjährigen Diskurs anregen, mit Kunstpositionen die innerhalb des etablierten Kunstbetriebs als „Outsider Art“ bezeichnet werden.</p>
<p>Die „Outsider“-Kunst oder „Art Brut“, wie sie in Frankreich genannt wird, erfährt auf dem Kunstmarkt große Beachtung, stellt sie doch die wichtige Frage nach der Grundmotivation jeglicher Kunst.</p>
<p>Den Auftakt zu der monografischen Reihe macht Horst Ademeit. Geboren 1937 in Köln, studierte Ademeit nach einer Anstreicherlehre unter anderem 1970 kurz bei Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie. Tauchte dann aber als Künstler unter. Seine extensiven Werkgruppen wurden erst zwei Jahre vor seinem Tod entdeckt und erstmalig ausgestellt.</p>
<div id="attachment_265" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof_Tagesbilder.jpg"><img class="size-medium wp-image-265" title="Horst Ademeit_Hamburger Bahnhof_Tagesbilder" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof_Tagesbilder-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Horst Ademeit, Tagesbilder</p></div>
<p>Ademeit widmete Rund 20 Jahre lang (1989-2007) der akribischen, sowohl künstlerischen als auch dokumentarischen, Bestandsaufnahme über das Vorhandensein von Kältestrahlen und anderen unsichtbaren Strahlungen. Kältestrahlen gibt es physikalisch nicht -vielmehr handelt es sich um das Fehlen von Wärmestrahlung.</p>
<p>Mit seiner Polaroidkamera knipste Ademeit seit den 1980er Jahren jeden Tag ein ähnliches Bild. Insgesamt entstehen 6006 nummerierte Tagesfotos.</p>
<p>Auf seinem Küchentisch arrangierte Ademeit, wie ein Kartograf der sein Leben täglich neu vermisst, die aktuelle Tageszeitung, Lebensmittel und Messgeräte wie Geigerzähler, Kompass und Thermometer. Auf den Bildrändern skribbelte der Künstler nur mit der Lupe entzifferbare Messwerte, Uhrzeiten, persönliche Notizen und Nachrichtenmeldungen.</p>
<div id="attachment_266" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof_Meßgeräte.4728.jpg"><img class="size-medium wp-image-266" title="Horst Ademeit_Hamburger Bahnhof_Meßgeräte.4728" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Horst-Ademeit_Hamburger-Bahnhof_Meßgeräte.4728-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Horst Ademeit, Meßgeräte</p></div>
<p>Neben den Tagesfotos füllte Admeit Kalendarien und führte ein chronologisches Tagebuch aus Observationsbildern, bei denen er seine unmittelbare Umgebung aufnahm. In den komplexen Bezugssystemen tauchen unterschiedlichste Motive auf: Selbstbeobachtungen seines Körpers, Türgucker, Ansammlungen von Sperrmüll oder baufällige Häuser.</p>
<p>Aus kunsttheoretischer Sicht durchschreiten Ademeits ausufernde Werkgruppen Kunstrichtungen von der Streetphotography bis zur Konzeptkunst. Vermutlich lebte Ademeit aber das Schicksal eines wundersamen Außenseiters. Die Schau im Hamburger Bahnhof ehrt den Künstler posthum mit seiner ersten Museumsausstellung.</p>
<p>Man darf gespannt sein auf weitere Positionen der „Secret Universe“- Reihe, die mit ihrer Eigenwilligkeit und starken bildnerischen Kraft vielleicht festgefahrene kunstkritische Diskurse aufknacken.</p>
<p><strong>„Secret Universe“, Horst Ademeit, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart; Invalidenstraße 50-51, Mitte; Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-20 Uhr, So 11-18 Uhr; bis 25. September</strong></p>
<p><strong>Laila Niklaus (TIP Heft 15/2011)<br />
</strong></p>
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		<title>Ansichten: Based in Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 09:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppenausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlinische Galerie: Simon Fujiwara Huch, so ein großes Ding! Die Mixed-Media Installation „Phallusies“ (An Arabian Mystery, 2010) des britischen Künstlers Simon Fujiwara füllt die für „Based in Berlin“ zur Verfügung gestellten drei Räume der Berlinischen Galerie im wahrsten Sinne des Wortes voll aus. Die Installation dokumentiert mit Baustellengerät, Video- und Fotomaterial sowie Aussageprotokollen von Bauarbeitern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Berlinische Galerie: Simon Fujiwara</strong></p>
<div id="attachment_252" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Simon-Fujiwara_Based-in-Berlin.jpg"><img class="size-medium wp-image-252" title="Simon Fujiwara_Based in Berlin" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/Simon-Fujiwara_Based-in-Berlin-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Simon Fujiwara, Phallusies</p></div>
<p>Huch, so ein großes Ding!</p>
<p>Die Mixed-Media Installation „Phallusies“ (<em>An Arabian Mystery</em>, 2010) des britischen Künstlers Simon Fujiwara füllt die für „Based in Berlin“ zur Verfügung gestellten drei Räume der Berlinischen Galerie im wahrsten Sinne des Wortes voll aus.<span id="more-251"></span></p>
<p>Die Installation dokumentiert mit Baustellengerät, Video- und Fotomaterial sowie Aussageprotokollen von Bauarbeitern, wie unter den Fundamenten eines Museumsgebäudes irgendwo in der arabischen Wüste ein gewaltiger Phallus entdeckt wird. Das steinerne Artefakt verschwindet dann allerdings spurlos. Ein erotischer Krimi in Arabien?</p>
<p>Die Wahrheit legt Fujiwara in die Hände des britischen Ausgrabungsteams. Die vier raubeinigen Zeugen der Entdeckung rekonstruieren nicht nur die Geschichte des Funds, sondern bilden auch den meterlangen Phallus samt Wüstenstaub nach.</p>
<p>Ausgangspunkt für die Arbeiten von Fujiwara sind als Drehbuch geschriebene Schilderungen aus realen und fiktiven Archiven. Am Ende fragt sich der Besucher, ob die Arbeiter überhaupt einen Penis entdeckten, oder nicht etwa doch nur eine Säule?</p>
<p>Der 1982 in London geborene Fujiwara führt mit seiner amüsanten Inszenierung die britische Kolonialsicht auf die Welt ad absurdum und hinterfragt den Einfluss individuellen Erlebens auf das kollektive (Menschheits-) Gedächtnis.</p>
<p><strong>Laila Niklaus (Tip, Heft 14/2011)</strong></p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=251' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ansichten: Biss behalten</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=136</link>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 08:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstausstellung]]></category>

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		<description><![CDATA[Verabschiedet sich die Kunst aus dem Alltag? Ist der Kunstbetrieb zu einer Art eskapistischen Schrebergartenbewegung geworden?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- @font-face {   font-family: "Times"; }@font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }p.ecxtextbody, li.ecxtextbody, div.ecxtextbody { margin-right: 0cm; margin-left: 0cm; font-size: 10pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --><strong> </strong></p>
<div id="attachment_239" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/05/Stay_Hungry_AwstWalther_c_harry_schnitger-221.jpg"><img class="size-medium wp-image-239" title="Stay Hungry" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/05/Stay_Hungry_AwstWalther_c_harry_schnitger-221-199x300.jpg" alt="Foto: Harry Schnitger" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Awst &amp; Walther</p></div>
<p><strong>Stay Hungry – eine Ausstellung in den Schrebergärten am Gleisdreieck</strong></p>
<p>Bono hat seine Band nach ihr benannt, sie durchquert die ganze Stadt: die U-Bahn Linie 2. Wenn sich der „gelbe Engel“ vom Gleisdreieck in Richtung Bülowstraße quietschend in die Kurve legt, schauen die meisten Fahrgäste, egal ob Berliner oder Tourist, aus dem Fenster.</p>
<p>Unter ihnen bietet sich ein ungewöhnliches Großstadt-Panorama mit Hochhauskulisse am Potsdamer Platz und einer wüsten Brachlandschaft mit Gärten.</p>
<p>Ausgerechnet hier in der Schrebergartenkolonie POG (Potsdamer Güterbahnhof), während der russischen Blockade Berlins 1948 gegründet, wird am 19. Mai die Kunstausstellung „Stay Hungry“ eröffnet.</p>
<p><span id="more-136"></span></p>
<p><strong><em>Biss behalten</em></strong></p>
<p><strong>Verabschiedet sich die Kunst aus dem Alltag? Ist der Kunstbetrieb zu einer Art eskapistischen Schrebergartenbewegung geworden?</strong></p>
<p>Diese Gretchenfragen nach der aktuellen Situation der Gegenwartskunst stellen die Kuratoren Anna Redeker und Theo Ligthart. Schließlich bedeutet „Stay hungry“ so viel wie: Biss behalten.</p>
<p>Die Kuratoren glauben, die Kunst werde „zu einem dekorativen Versatzstück privater Sammler-Mausoleen, während Museen den Charakter von Eventflächen ungelenk nachstellen.“</p>
<p>Also verpflanzen die Ausstellungsmacher Kunstwerke in die Kleingartenkolonie, die einst Symbol für soziale Utopie war, heute aber für kleinbürgerliche Idylle steht.</p>
<p>Die Schau ist als Reihe konzipiert, die Ende Mai in eine zehntägige Hauptausstellung mündet. Seit Januar wurde in vier sogenannten Previews das Terrain getestet.</p>
<p><strong><em>Die Kuratoren</em></strong></p>
<p>Anna Redeker wirkt mit ihrem strengen Kurzhaarschnitt, schwarzen Kleid und Kirschmund wie eine französische Filmschauspielerin aus den 20er Jahren.</p>
<p>Die Mittzwanzigerin aus Württemberg lebt seit knapp drei Jahren in Berlin. Sie studiert Kunstgeschichte an der HU, wo sie gerade zum Thema „Kunst und Garten“ ihren Master macht.</p>
<p>Die aufgeschlossene Studentin ist Teil einer jungen Berliner Künstler- und Kuratorenszene, die sich etwa im „Forgotten Bar Project“ mit Ausstellungen, die nur einen Abend dauern,  austoben. Diese Shows mit Kunstraumcharakter , hinter denen die &#8220;Galerie im Regierungsviertel“ steckt, karikieren die atemlose Galerienhetze und einen unersättlichen Kunstmarkt.</p>
<p>Einen Teil dieser Philosophie brachte Redeker in „Stay Hungry“ ein. Anders als in der „Forgotten Bar“, wo schon kleine Werke 4.000 Euro kosten, stemmen Anna Redeker und Theo Ligthart ihre Previews aber aus eigener Tasche. Erst für die Hauptausstellung gab es eine Projektförderung vom Kultursenat.</p>
<p>Bei einem Rundgang über verwinkelte Sandwege, vorbei an zugewachsenen Gartenzäunen, hinter denen Schoßhunde kläffen, wird schnell klar: Die Kunstwerke werden es nicht leicht haben, sich in dieser individuell gestalteten Welt zu behaupten.</p>
<p>So waren auch einige Besucher bei den Vorschauen irritiert: Was ist jetzt Kunst und was nicht?</p>
<p>Der gesellige Schrebergärtner Siggi berichtete bei einer der Previews so lebhaft über das „Abhängen von Bäumen“ mit betongefüllten Cola-Dosen oder das Räuchern von Wild, dass er prompt für einen Performancekünstler gehalten wurde.</p>
<p><strong><em>Arme-Leute-Kultur trifft Hochkultur</em></strong></p>
<p>Dennoch sind es krasse Gegensätze, die hier aufeinander prallen: Arme-Leute-Kultur trifft Hochkultur. Für die Kuratoren und Künstler wird die Gartenkolonie zum Sehnsuchtsort. Die erste Vorschau, im kalten, regnerischen Januar, stand ganz im Zeichen der Romantik eines E.T.A Hoffmann. Im Februar tauchte der Filmoberbeleuchter Christoph Nickel die Anlage in ein surreales Lichtbad.</p>
<p>Beim dritten Kunsthappening ging es gar um das antike Vorbild des <em>hortus conclusus</em>, einen von der Außenwelt abgeschlossenen paradiesischen Lust- und Liebesgarten. Kurz vor Ostern strömten 700 Menschen zu Musik von Jochen Arbeit der Einstürzenden Neubauten und Performances in die Gärten.</p>
<p>Die Laubenpieper gärtnern auf historischem Boden. Im zweiten Weltkrieg wurden der Potsdamer Platz und der zugehörige Güterbahnhof komplett zerbombt. Ehemalige Eisenbahner, Witwen und Kriegsflüchtlinge trotzten der Trümmerwüste 1948 Gartenfläche ab, um sich selbst zu versorgen. Die Kolonie trägt keinen blumigen Namen. „Hier gab es keine Alpenglühen-Anwandlungen“, betont Klaus Trappmann, der Vorsitzende der Kleingärtner.</p>
<p>Doch die Gartenidylle trügt auch, die Stadt nagt spürbar an der Kolonie. An ihrem Eingang räumen die Gärtner Spritzen und Kondome des Straßenstrichs Bülowstrasse weg. In der Nachbarschaft steht das seit den 80er Jahren besetzte Haus B-52.</p>
<p>Beinahe wäre die Gartenanlage vor zwei Jahren zugunsten eines geplanten Sportplatzes geschlossen worden. Passend bezieht sich der Ausstellungstitel „Stay Hungry“ auf den gleichnamigen Film mit Arnold Schwarzenegger (1976), der von der Rettung eines Trainingsstudios für Bodybuilder vor Immobilienhaien handelt. Auch mit Aktionen wie der aktuellen Ausstellung haben die Schrebergärtner um Präses Trappmann ihr Paradies erhalten.</p>
<p><strong><em>Depressive Biene im Glashaus</em></strong></p>
<p>Für die Hauptausstellung wurden zwanzig Arbeiten internationaler Künstler, bekannte und unbekannte Namen, ausgewählt. Die Arbeiten müssen, so Redeker, vor allem eines können: „Eine Geschichte erzählen und ein gutes Konzept haben“.</p>
<p>Wie einer der wichtigsten Künstler der Schau, Stephen Willats. Der Brite, 1943 in London geboren, ist einer der Urväter der Konzeptkunst der 60er und 70er Jahre. In dem roten Gewächshaus der Gärtner Martin und Laure beschäftigen sich Willats Arbeiten mit dem sozialen Klima in Schrebergärten und Stadtrandsiedlungen.</p>
<p>Neben sozialkritischen Kunstwerken gibt es auch schräge Performances. So wird der Hamburger Künstler Simon Wachsmuth eine depressive Biene im selbstgebauten Glashaus mimen. Die Pariser Malerin Agathe de Baillancourt plant zur Vernissage eine Kunstaktion direkt unter den Gleisen der U2.</p>
<p>Aus dem anfänglichen Misstrauen der Gartenkolonisten gegenüber den Künstlern, die auf ihren Grundstücken ihre Kunstwerke entwickeln und zeigen, ist Begeisterung und Freundschaft geworden.</p>
<p>Schließlich ist die Gartenkolonie auch ein spezieller Mikrokosmos aus mittlerweile 15 Nationen. So freundeten sich die finnische Künstlerin Pia Lindman mit der Französisch-Peruanerin Sonia Alban-Zapata an. In ihrem Garten finden seit Januar Lindmans Performances statt, während eine organische Installation aus Brandenburger Torf und Kalk entsteht.</p>
<p>Es macht Spaß, Kunst in immer neuen Rahmen zu sehen – in den Worten von Ausstellungsmacher Harald Szeemann: „Die Inszenierung, wenn gelungen, ist Dienst am Kunstwerk und hat seiner Autonomie noch nie geschadet.“</p>
<p>„<strong>Stay Hungry“, Ausstellung in den Schrebergärten am Gleisdreieck, U2 Bülowstraße, Zugang Schrebergärten Ecke Bülowstraße / Dennewitzstraße, durch die graue Stahltür, bis 29. Mai</strong></p>
<p><strong> </strong><a href="http://stay-hungry.net/2059.html">http://stay-hungry.net/2059.html</a><strong>; </strong></p>
<p><strong>Laila Niklaus (TIP, </strong>veröffentlicht: 18.05.2011<strong>)<br />
</strong></p>
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