<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>k u n s t        u n ( d )         s i n n &#187; International</title>
	<atom:link href="http://www.kunstundsinn.de/?cat=45&#038;feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.kunstundsinn.de</link>
	<description>&#34;Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.&#34;                                                   (Ludwig Hevesi, Wahlspruch der Wiener Secession)</description>
	<lastBuildDate>Fri, 24 Feb 2012 13:28:52 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
	<div id='fb-root'></div>
					<script type='text/javascript'>
						window.fbAsyncInit = function()
						{
							FB.init({appId: null, status: true, cookie: true, xfbml: true});
						};
						(function()
						{
							var e = document.createElement('script'); e.async = true;
							e.src = document.location.protocol + '//connect.facebook.net/de_DE/all.js';
							document.getElementById('fb-root').appendChild(e);
						}());
					</script>	
						<item>
		<title>Gastbeitrag International: 54. Biennale in Venedig</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=360</link>
		<comments>http://www.kunstundsinn.de/?p=360#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 15:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vivien Trommer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Norma Jeane]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kunst]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kunstundsinn.de/?p=360</guid>
		<description><![CDATA[Die Künstlerin Norma Jeane stellte zur Eröffnung des Padiglione Centrale inmitten eines noch sauberen Ausstellungswürfels das interaktive Kunstwerk „#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17...)“ – einen hüfthohen Kubus aus Knetmasse in den Farben der ägyptischen Flagge.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_379" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane-Demoracie3.jpg"><img class="size-medium wp-image-379" title="Norma Jeane Demoracie" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane-Demoracie3-300x203.jpg" alt="" width="300" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Norma Jeane, 54. Biennale Venedig</p></div>
<p><strong>Norma Jeane &#8211; ein Gesicht mit vielen Gesichtern </strong></p>
<p><em>Unsere Gastautorin <strong>Vivien Trommer</strong> hat sich in Venedig auf der 54. Biennale umgeschaut und eine Arbeit der US-amerikanischen Künstlerin Norma Jeane entdeckt, die quasi bei ihr kleben blieb.</em><span id="more-360"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_373" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane_Label2.jpg"><img class="size-medium wp-image-373" title="Norma Jeane_Label" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane_Label2-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Norma Jeane, Knet-Kubus in den Farben der ägyptischen Flagge</p></div>
<p>Norma Jeane stellte zur Eröffnung des Padiglione Centrale, inmitten eines noch sauberen Ausstellungswürfels, das interaktive Kunstwerk „#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17&#8230;)“ – einen hüfthohen Kubus aus Knetmasse in den Farben der ägyptischen Flagge.</p>
<p>Die Besucher dürfen sich seither des Plastilins frei bedienen und werden so Teil des Kunstwerks, das sich beständig weiter entwickelt. Ein Ausstellungsbesucher schmierte „Democracia“ mit Filzstift und in großen Lettern an eine der Ausstellungswände.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Darunter tummeln sich die Besucher der Biennale und formen aus der dreifarbigen Knetmasse Wörter, Figuren und Symbole. Die rote, schwarze und weiße Knete ist mittlerweile über den gesamtem Pavillon verteilt: An den Wänden, auf dem Boden und an den Händen der Besucher. Eifrig hinterlassen die freiwilligen Teilnehmer anonyme Nachrichten oder arbeiten kollektiv an kleinen Bauprojekten.</p>
<p>Der Hintergrund der Installation hat aber nichts mit Spielerei zu tun, so verweist der Arbeitstitel auf die tunesische Stadt Sidi Bouzid und Zeitangaben, die sich auf politisch motivierte Unruhen in der arabischen Welt Anfang 2011 beziehen.</p>
<p>Die Datumsangaben, wie der 25. Januar, der 12. oder 14. Februar, gingen als Kürzel via Twitter um die Welt.</p>
<p>Sidi Bouzid gilt als Ursprung der Ausschreitungen in Tunesien, die in umwälzenden Revolutionen in Tunesien und Ägypten mündeten. 20 Zivilisten starben bei Protesten gegen den tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali. Im Anschluss setzten sich die Demonstrationen in der Hauptstadt Tunis fort und griffen von dort aus über die Grenzen des Landes hinaus.</p>
<p>Die Arbeit Norma Jeanes weist auf die Vergänglichkeit von sprachlicher Kundgebung hin: Niemand weiß, welche Notiz Morgen noch zugänglich sein wird.</p>
<p>Rudolf Balmer zitierte in einem Artikel in der taz Ende Januar den tunesisch-französischen Schriftsteller Abdelwahab Meddeb, der die Ereignisse als medial geleitete Kettenreaktion charakterisierte: „Diese Revolution wurde im Wesentlichen über das Medium Internet von der digitalen Blog-Generation gemacht. Und ihr blitzartiger Verlauf entspricht der Geschwindigkeit und der Augenblicklichkeit, die dieses Mittel ermöglicht.“</p>
<p>Norma Jeanes Arbeit verleiht dem Phänomen einen neuen Ausdruck. Rasant vernetzen sich die Botschaften der Teilnehmer. Das internationale Publikum der Biennale tritt in Aktion. Die so entstehende Kommunikation überwindet (inter)nationale Differenzen. Ähnlich schnell fanden in der realen Welt die Meldungen der Revolution in Tunesien ihren Weg in die Öffentlichkeit und provozierten eine Art Domino-Effekt, der zu politischen Umstürzen im Nachbarland Ägypten führte.</p>
<p>Im Sinne des Arabischen Frühlings transformiert die Künstlerin das Symbol der Nation. Die Flagge Ägyptens zerfällt im Kunstkontext und verbindet sich zu einem neuen Netzwerk der Zeichen.</p>
<p>Norma Jeane ist das Pseudonym einer amerikanischen Künstlerin, die unerkannt bleiben möchte.</p>
<p>Die Künstlerin arbeitet in freien Kooperationen und erscheint nicht bei öffentlichen Veranstaltungen, sondern lässt Kollaborateure bei ihren Events und Performances auftreten. Norma Jeanes Arbeitsweise ist projektbezogen und wird von wechselnden Partnern getragen. Als ihren Wohnort gibt sie „everywhere“ (überall) an. Ihr Studio ist die Welt.</p>
<p>Den Mädchennamen einer der größten Schauspielikonen des 20. Jahrhunderts, Marylin Monroe, trägt sie dabei wie eine schützende Maske. Das Geburtstagdatum der Künstlerin, am 5. Juni 1962, fällt mit dem Todestag des Filmstars zusammen. Von der Künstlerin Norma Jeane existiert kein Abbild. Entweder hat sie kein Gesicht, oder aber sie hat tausende.</p>
<p>Ganz im Gegensatz zur Monroe, die als Popikone unter anderem von Andy Warhol in monumentalen Siebdrucken verewigt wurde.</p>
<p>Norma Jeanes Projekt ist auf den gesamten Zeitraum der Biennale angelegt. Jeder kann dabei zum Künstler werden. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Aussagen. Ähnlich dem Twittern werden dabei frühere Notizen aufgegriffen und verändert. Norma Jeane stellt das Material zur Verfügung. Das Kunstwerk ist die Summe aller Beiträge. Jeder Einzelne hinterlässt einen Teil seiner Identität, als Fingerabdruck in der Knete, oder als Botschaft an der Wand.</p>
<p>Die Kunst lebt: Als eine Form der Demokratie und als spielerische Aktion!</p>
<p><strong>Norma Jeane * 1962 Los Angeles, USA; “#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17&#8230;)“ läuft noch bis zum 27. November 2011, Padiglione Centrale, Giardini;  54. Venedig Biennale, 2011: ILLUMInations Kuratorin: Bice Curiger</strong><em><strong></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Vivien Trommer</strong> wurde 1986 in Berlin geboren und studiert derzeit in einem Masterstudiengang Curatorial und Critical Studies an der Goethe-Uni und der Städelschule in Frankfurt am Main. Vivien betreute auf der 54. Biennale in Venedig den Schlingensief Pavillon mit und stieß im Padiglione Centrale auf die Arbeit von Norma Jeane.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=360' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kunstundsinn.de/?feed=rss2&#038;p=360</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>International: 12. Istanbul Biennale</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=349</link>
		<comments>http://www.kunstundsinn.de/?p=349#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 17:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kunstundsinn.de/?p=349</guid>
		<description><![CDATA[Kunst am Bosporus - 12. Istanbul Biennale

 

Schon auf der Berlin Biennale 2010 stellte sich eine Frage: spielt es im globalisierten Biennale-Geschäft überhaupt noch eine Rolle, an welchem Ort sie stattfindet?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_350" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-4.jpg"><img class="size-medium wp-image-350" title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-4-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kunst am Bosporus &#8211; 12. Istanbul Biennale</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Schon auf der Berlin Biennale 2010 stellte sich eine Frage: spielt es im globalisierten Biennale-Geschäft überhaupt noch eine Rolle, an welchem Ort sie stattfindet?<span id="more-349"></span></p>
<p>Auch die zwölfte Istanbul Biennale mit dem Titel „Untitled“, die Anfang September in zwei alten Lagerhallen am Ufer des Bosporus eröffnete, könnte inhaltlich ebenso in irgendeiner anderen Stadt der Erde gezeigt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_352" class="wp-caption aligncenter" style="width: 292px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-352 " title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-1-224x300.jpg" alt="" width="282" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch dank einer vermögenden Sponsorengruppe zählt die seit 1987 alle zwei Jahre in der türkischen Metropole stattfindende Kunstschau mittlerweile neben den Biennalen in Venedig und Sao Paulo zu den wichtigsten Biennalen weltweit.</p>
<p>Aber gerade an ihrem Anspruch, international mitzuspielen, kränkelt die diesjährige Ausstellung. Vom Kuratorenduo Adriano Pedrosa aus Brasilien und Jens Hoffmann aus Costa Rica organisiert, lässt sie jeglichen Bezug auf die Türkei vermissen. Die Schau ist straff strukturiert, doch nicht ein einziger Ausstellungsort in der Stadt wurde genutzt.</p>
<div id="attachment_356" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-3.jpg"><img class="size-medium wp-image-356" title="Adriano Pedrosa &amp; Jens Hoffmann" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-3-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Adriano Pedrosa &amp; Jens Hoffmann</p></div>
<p>Als Ideengeber der Schau wählten die Kuratoren den bereits verstorbenen Künstler Felix Gonzalez-Torres (1957-1996). Die fünf Themenblöcke Abstraktion, Reisepass, Geschichte, Death by Gun und Ross sind Paraphrasen jeweils eines Werks des kubanisch-amerikanischen Konzeptkünstlers und sollen seine Gedanken weiterführen.</p>
<p>Für die Ausstellungsarchitektur mit fünf Gruppenschauen und 50 Einzelpositionen verfrachtete der japanische Architekt Rye Nishizawa Aluminiumboxen in die orangefarben gestrichenen Lagerhallen. Sie gleichen Containern auf einem Frachtschiff und wirken wie eine Anspielung auf die Globalisierung der Kunst.</p>
<div id="attachment_353" class="wp-caption aligncenter" style="width: 234px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-11.jpg"><img class="size-medium wp-image-353 " title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-11-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>Besonders wichtig war es den Kuratoren, Verbindungen zwischen den Gruppen- und Einzelschauen zu schaffen. Das Kapitel „Untitled“ (Abstraktion) orientiert sich an der Arbeit „Untitled“ (Bloodwork &#8211; Steady Decline, 1994) von Gonzalez-Torres, die den Verlauf eines an Aids erkrankten Menschen auf Koordinatenpapier durch eine abfallenden Linie deutlich macht.</p>
<p>In der Ausstellung führt eine ganzflächige Bodenskulptur der Brasilianerin Renata Lucas aus faltbaren Holzplatten, die man je nach Bedarf aufstellen oder zusammenklappen kann, zu feinsinnigen geometrischen Papierfaltarbeiten der Ungarin Dóra Maurer und schließlich zu der Arbeit „Untitled“ (Hair with Grids) der Libanesin Mona Hatoum, die Haare in Papier verarbeitet hat.</p>
<div id="attachment_354" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-354" title="Renata Lucas, &quot;Fay Hatti&quot; (2003)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-2-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Renata Lucas, &quot;Failure&quot; (2003)</p></div>
<p>Gonzalez-Torres Arbeiten haben immer eine persönliche Ebene. Der Künstler machte seine Sexualität zum zentralen Thema vieler Arbeiten und verarbeitete in seinen Werken schmerzhafte Erfahrungen, wie den Verlust seines Liebhabers Ross Laycock.</p>
<p>So zeigt das Biennale-Kapitel „Untitled“ (Ross) unter anderem die Video-Arbeit „Last Address“ (2009) von Ira Sachs. Der Regisseur filmte letzte Wohnorte an AIDS verstorbener New Yorker Künstler, wie Keith Haring oder Robert Mapplethorpe. Einen ganz intimen Einblick in ihr Privatleben hingegen gewähren die in Berlin lebenden Künstler Elmgreen &amp; Ingar Dragset in „The Black and White Diary (2009) mit über 300 intimen Privatfotos. Bemerkenswert sind auch die Porträtaufnahmen der Künstlerin Catherine Opie, die um das Thema Geschlechteridentität kreisen.</p>
<div id="attachment_355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-10.jpg"><img class="size-medium wp-image-355" title="Catherine Opie, Frankie (1995)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-10-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Catherine Opie, Frankie (1995)</p></div>
<p>Ein weiterer Aspekt der Biennale sind die medial übergegenwärtigen Bilder zu Gewalt, Krieg und Terrorismus. In „Untitled“ (Death by Gun) dokumentiert die Fotografin Letizia Battaglia Mafia-Morde in Sizilien und Matt Collishaw lässt den Betrachter in „Bullet Hole“ tief blicken auf ein fieses Einschussloch in einem Schädel, das von Collishaw ästhetisch aufgearbeitet zunächst wie ein Kirchenfenster wirkt.</p>
<p>Wie Geschichte manipuliert und umgeschrieben wird, beschreibt der Abschnitt „Untitled“ (Geschichte). Der Ägypter Wael Shawky erzählt in „Cabaret Crusades: The Horror Show File“ (2010) mit 200 Jahre alten italienischen Marionetten die Geschichte der Kreuzzüge (1096-99) aus arabischer Sicht. Das düstere, aber brillante Marionettentheater in Spielfilmlänge stellt wichtige Fragen zum westlichen Blick auf die arabische Welt und vice versa.</p>
<p>Sie ist die einzige Arbeit, die als Bezug zu Istanbul gelten kann. Schade eigentlich, denn schließlich erobert türkische Kunst derzeit weltweit Galerien, Museen und Sammlungen.</p>
<p>Zum Glück zeigt das Kunstmuseum Istanbul Modern, gleich neben den Biennale-Hallen gelegen, zeitgleich die kluge und provokante Ausstellung „Dream and Reality“, in der türkische Künstlerinnen die soziale und kulturelle Transformation ihres Landes sichtbar machen, mit dabei etwa die wunderbare Performerin, Fotografin und Video-Künstlerin Nilbar Güres. Manchmal darf es eben auch weniger global sein.</p>
<p><strong>Laila Niklaus</strong></p>
<p>(kürzere Fassung im TIP erschienen am 29. September 2011)<strong><br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Untitled“ (12th Istanbul Biennal), 2011, bis 17. November 2011</strong></p>
<p><strong><a href="http://12b.iksv.org/en/index.asp">http://12b.iksv.org/en/index.asp</a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Dream and Reality“, Istanbul Modern, bis 22. Januar 2012 </strong><a href="http://www.istanbulmodern.org/en/f_index.html"><strong>http://www.istanbulmodern.org/en/f_index.html</strong></a><strong></strong></p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=349' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kunstundsinn.de/?feed=rss2&#038;p=349</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
