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	<description>&#34;Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.&#34;                                                   (Ludwig Hevesi, Wahlspruch der Wiener Secession)</description>
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		<title>Atelierbesuch: André Butzer</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 13:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Atelierbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Akademie Isotrop]]></category>
		<category><![CDATA[André Butzer]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie Guido W. Baudach]]></category>
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		<category><![CDATA[Saatchi]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction-Expressionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Künstler wollen unbedingt nach Berlin. Sie wollen dazugehören zur Kunstszene, streben nach Ausstellungen und Anerkennung. Der Maler André Butzer hat sich hingegen mit seiner Familie an den Stadtrand zurückgezogen—er hat bereits alles erreicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_452" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/installation_view_wien.jpg"><img class="size-medium wp-image-452" title="installation_view_wien" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/installation_view_wien-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></a><p class="wp-caption-text">André Butzer</p></div>
<p><strong>Die Evolution des Malers AB (Der Künstler als Gesamtkunstwerk)</strong></p>
<p>Die meisten Künstler wollen unbedingt nach Berlin. Sie wollen dazugehören zur Kunstszene, streben nach Ausstellungen und Anerkennung. Der Maler André Butzer hat sich hingegen mit seiner Familie an den Stadtrand zurückgezogen—er hat bereits alles erreicht.<span id="more-451"></span></p>
<p>Butzer ist international angekommen, zumindest was seinen Marktwert angeht. Aktuell zeigt der Maler als einer von zwei Dutzend jungen deutschen Künstlern Bilder in der Ausstellung „Gesamtkunstwerk &#8211; New Art from Germany“ in der Saatchi Gallery in London.</p>
<p>Charles Saatchi beteiligte sich in den Neunziger Jahren nicht unwesentlich an der Promotion der Young British Artists, darunter Damien Hirst und Tracey Emin—doch dazu später mehr.</p>
<p>Der gebürtige Schwabe Butzer lebt und arbeitet seit fünf Jahren auf einer beeindruckenden vier Hektar großen Teilfläche einer Flugzeugfabrik aus den 1930er Jahren in Rangsdorf. Vom dazugehörigen Flughafen flog Graf von Stauffenberg zu seinem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 nach Ostpreußen.</p>
<div id="attachment_453" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-5-von-16.jpg"><img class="size-medium wp-image-453" title="Atelierbesuch Andre Butzer (5 von 16)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-5-von-16-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">André Butzer vor seinem Atelier</p></div>
<p>Gleich zu Beginn gibt Butzer, ein asketischer Typ in moosgrüner Lodenstrickjacke mit Hornknöpfen, eine kleine Führung über das Gelände der ehemaligen Bücker-Flugzeugbau-Werke.</p>
<p>Das Verwaltungsgebäude und die Kantine für Ingenieure von 1938, in dem das Atelier untergebracht ist, sind L-förmig angeordnet. Dazwischen stehen stattliche Bäume in einer Parklandschaft. Sie wurde von den Sowjets angelegt, die hier bis 1994 stationiert waren. Auf einem abgesteckten Stück lebt eine Hühner – und Ziegengemeinschaft.</p>
<p>Das modernistische Ensemble wirkt wie die Kulisse in einem russischen Science-Fiction-Streifen von Sergej Eisenstein.</p>
<p><strong>Kreativlabor &#8211; die Kantine für Ingenieure</strong></p>
<p>Den Eingang zum Atelier, einem rechteckigen Gebäuderiegel mit vorgesetzter halber Rotunde, ziert eine Plakette mit Maxim-Gorki Relief. In kyrillischer Schrift ist der Spruch verzeichnet: „Liebe zu Büchern ist die Quelle zu Wissen.“</p>
<p>In dem 800m2 großen Atelier ist es angenehm warm und aufgeräumt. Wattiges Licht fällt durch üppige Glasfenster in den kathedralenartigen Raum. Es duftet nach Farbe. An den Wänden stehen vier riesige Leinwände, die Butzer im Frühjahr in seiner Berliner Galerie Guido W. Baudach ausstellen wird.</p>
<p>Butzer zählt neben den Malern Thomas Zipp und Andreas Hofer zu den in der Szene als „Baudach-Boys“ bezeichneten Künstlern, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg vom Rand der Berliner Szene in die vorderste Reihe hinlegten.</p>
<div id="attachment_455" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-9-von-16.jpg"><img class="size-medium wp-image-455" title="Atelierbesuch Andre Butzer (9 von 16)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-9-von-16-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Blick in das Atelier mit den neuen Bildern</p></div>
<p>Bei den neuen Werken handelt es sich um große Ölschinken, die auf den ersten Blick lediglich jeweils ein vertikales und ein horizontales Rechteck auf grauem Grund zeigen.</p>
<p>Die abstrakte Werkgruppe aus insgesamt 40 Leinwänden, ohne Titel, ist für Butzer Fans ein radikaler Kontrast zu den früheren Werken, die expressiv farbig sind.</p>
<p>Bei näherer Betrachtung der grauen Bilder treten jedoch zarte Farben unter der Bildhaut hervor. Hautähnliche Töne, blauschimmernde Wolkenstrukturen oder ein Farbflimmern, das wie eine Vibration auf die Pupille einwirkt.</p>
<p>Butzer, auf der Suche nach (eigenen) bildnerischen Gesetzmäßigkeiten, wendet sich mit dieser Reihe absoluten Grundformen der Malerei zu. Es ist eine von Butzers Methoden, in Anlehnung zur Kunstgeschichte zu arbeiten. „Meine Bilder handeln nicht von mir“, behauptet er, sondern von weitergeführten Ideen anderer Künstler, wie Mondrian oder Cézanne.</p>
<p>In einer Ecke des Ateliers hängt eine weitere Inspiration. Die Kopie eines Raffael Porträts der Mutter Maria. Das Bild trage laut Butzer keine Farbe in sich, sondern beherberge sie. Und genau das versuche Butzer in seinen neuen Arbeiten, so weit er sich auch von der Inspiration entfernt haben mag.</p>
<p><strong>Vom Nobody zum internationalen Künstlerdarling</strong></p>
<div id="attachment_459" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-15-von-16.jpg"><img class="size-medium wp-image-459" title="Atelierbesuch Andre Butzer (15 von 16)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-15-von-16-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">André Butzer in seinem Atelier</p></div>
<p>Nichts wies bei dem 1973 in Stuttgart geborenen Butzer darauf hin, dass er einmal ein international goutierter Künstler werden würde. Butzer wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Die Mutter war Friseuse, der Vater Werkzeugmacher für IBM.</p>
<p>Erst als Zivildienstleistender in Hamburg entdeckte Butzer die Lust an der Malerei, als er in der Kunsthalle eine Bilderserie des figurativ-abstrakten Malers Asger Jorn (1914-1973) sah.</p>
<p>Butzer entwickelte daraufhin einen komplizierten Bildkosmos mit eigener Interpretationsanleitung. Er schuf etwas Neues, was von außen wie die Absage an die Tugenden der Malerei wirkt. Seine verstümmelten, cartoonhaften Figuren in auf die Leinwand geschmierten grellen, oft hässlichen Farben, sind ein Angriff auf die Sinne.</p>
<p>So verwundert es nicht, dass Butzer nach nur zwei Semestern von der Hamburger Kunsthochschule ausgeschlossen wurde. Er sei wohl zu unangepasst gewesen, mutmaßt Butzer rückblickend.</p>
<p>Stattdessen gründete Butzer 1996 mit über zwanzig Gleichgesinnten, darunter auch Jonathan Meese, die egalitäre Künstlergruppe „Akademie Isotrop“.</p>
<p>Ziel der losen Vereinigung war die Organisation eigener Seminare fern der Kunstakademie und das autonome Ausstellen und Publizieren. Kurz nach der Auflösung der Gruppe nach nur vier Jahren zog Butzer in die Berliner Karl-Marx-Allee.</p>
<p>Seine ersten Ausstellungen in der Galerie Baudach und bei Max Hetzler waren umfassende Misserfolge. Kritiker beurteilten Butzers Werke als reaktionär und dilettantisch, sogar sinnlos. Andere Künstler allerdings entdeckten den Maler für sich, wie Albert Oehlen.</p>
<p>Darauf folgten Sammler, die Butzers Arbeit als progressiv, post-konzeptuell und provokant wahrnahmen.</p>
<p>Butzer hat seit den 1990er Jahren ungefähr 700 Gemälde gemalt, die heute mehrheitlich verkauft und in wichtigen Sammlungen untergebracht sind, etwa in der Sammlung Taschen, Goetz, Scharpff oder der Rubell Collection.</p>
<p><strong>Das System Saatchi</strong></p>
<div id="attachment_456" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-1-von-16.jpg"><img class="size-medium wp-image-456" title="Atelierbesuch Andre Butzer (1 von 16)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-1-von-16-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Andre Butzer und der Fotograf Oliver Wolff</p></div>
<p>Auch Charles Saatchi kaufte in den Neunziger Jahren Werke des Künstlers. Sie sind in der aktuellen Londoner Ausstellung neben Werken von Isa Genzken, Jeppe Hein oder Corinne Wasmuth zu sehen.</p>
<p>Butzer hatte keinerlei Einfluss darauf, was der passionierte Kunstliebhaber Saatchi zeigen würde. Dass seine Werke im Anschluss wieder auf den Markt kommen und im besten Fall seinen Wert steigern werden, kann Butzer aber nicht unrecht sein.</p>
<p>Saatchi gründete seine Galerie vor über zwanzig Jahren und macht seine umfangreiche Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Doch wegen des Verdachts auf gezielte Manipulation bleibt die Rolle des Werbemagnaten im Kunstbetrieb umstritten.</p>
<p>Die Schau will die Frage klären, wie es um die Idee vom Gesamtkunstwerk in Deutschland stehe. Das Magazin Monopol bezeichnet diesen Versuch allerdings als „musealen Bluff“. Auch im Guardian kommt Butzer nicht gut weg. Er sei ein Künstler, der ganz bestimmt nicht gemocht werden will.</p>
<p>Fest steht: Ein Künstler, der sich die Mechanismen des Marktes zueigen macht, ist nicht unbedingt beliebt. Butzer steuert und verwaltet seine eigene Produktion mit der Akribie eines global agierenden mittelständischen Unternehmers.</p>
<p>Aus rein ästhetischer Sicht würde niemand einen Butzer an die Wand hängen. Er ist, technisch gesehen, kein besonders guter Maler. Doch einesuss man dem Künstler lassen: er trifft mit seiner Kunst ziemlich genau den Zeitgeist – dafür kann man ihn mögen oder nicht.</p>
<p><strong>Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt</strong></p>
<p>Butzer bezeichnet seinen Stil selbst als Science-Fiction-Expressionismus. Seine Bilder sind quasi gattungslos. Alles ist bewusst offen gehalten. Es werden keine linearen Geschichten erzählt, stattdessen wird ein Thema in ausgedehnten Serien variiert.</p>
<p>Der Maler nimmt gerne Bezug auf Persönlichkeiten wie Henry Ford oder Walt Disney, die eine Kultur der industrialisierten Massenproduktion sowohl in der Wirtschaft wie in der Unterhaltungsbranche geprägt haben. Damit schlägt Butzer eine Brücke zum Readymade und zur Pop-Art.</p>
<p>Butzer bedient sich gerne weiter Assoziationsfelder und aller möglichen Stile und Techniken. Der Künstler spannt mit seinen Arbeiten einen weiten Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Realität und Utopie, zwischen Expressionismus und Comic. Letztlich wirken die grotesken Übereinanderschichtungen und dichten Paletten üppiger Farben wie ein donquichottisches Streben nach Sinn.</p>
<p>Bei der Betitelung seiner Werke setzt Butzer oft Zweideutigkeit oder Ironie ein und vermischt Wort- und Bildassoziationen gekonnt miteinander. Im letzten Jahr betitelte der Maler seine erste große Einzelausstellung in der Kestnergesellschaft in Hannover ironisch und angelehnt an die Carlsberg-Bierwerbung mit „Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt.“</p>
<p>Die aktuellen monochromen Bilder tragen keine Titel mehr. „Vor einem Jahr habe ich den letzten Titel vergeben“, erläutert Butzer. „Früher erfand ich die irrsinnigsten Titel. Umso dramatischer wirkt es, heute keine mehr zu vergeben.“</p>
<p><strong>Butzer vs Koons</strong></p>
<p>Butzer wirkt wie ein Antipode zu seinen Bildern. Er ist weder provokant, noch schwer greifbar, sondern sympathisch und ein wenig schräg.</p>
<div id="attachment_454" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-2-von-16.jpg"><img class="size-medium wp-image-454" title="Atelierbesuch Andre Butzer (2 von 16)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2012/02/Atelierbesuch-Andre-Butzer-2-von-16-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Butzer vs Koons</p></div>
<p>Als der TIP-Fotograf Butzer in einer alltäglichen Handlung ablichten möchte, greift der Künstler spontan zu einem kanariengelben Staubsauger und bearbeitet den Boden vor seinen Bildern damit. Der Rücken ist gekrümmt, das Gesicht ernsthaft. Wer aber meinte, diese Aktion geschehe völlig ohne Hintergedanken, irrt.</p>
<p>„Das hätten wir auch erledigt“, sagt Butzer beim Ausschalten des Geräts und verweist auf Jeff Koons, den er mit dieser Aktion karikieren will. Koons stellte in den 80er Jahren Staubsauger der Firma Hoover in Vitrinen aus und bezeichnete die Serie „New Hoover Celebrity“ als dreidimensionale Malerei.</p>
<p>Jede auf naivem Ernst basierende Kritik an der Mission eines Künstlers wie Butzer läuft bei solch entwaffnenden Aktionen zwangsläufig ins Leere.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>André Butzer, Galerie Guido W. Baudach, bis 10. März, Oudenarder Strasse 16-20, Wedding, Di-Sa 11-18 Uhr</strong></p>
<p><strong>Laila Niklaus</strong> (im tip-Magazin erschienen im Januar 2012)</p>
<p><a title="Artikel Amdré Butzer im tip-Magazin" href="http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/atelierbesuch-bei-andre-butzer" target="_blank">http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/atelierbesuch-bei-andre-butzer</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Interview: Werner Müller-Galerie Zwinger</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=435</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:39:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
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		<description><![CDATA[25 Jahre Zwinger Galerie Die Galerie Zwinger feiert ihr 25jähriges Jubiläum im Dezember. Es gibt kaum einen anderen führenden Ausstellungsraum in der Stadt, an dem sich die Galeriengeschichte Berlins besser ablesen lässt. Anlass für einen Rückblick mit dem Galeristen Werner Müller. LN: Herr Müller, Sie blicken auf fast drei Jahrzehnte Galerie Zwinger zurück. Hautnah erlebten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_436" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/ATT00002.jpg"><img class="size-medium wp-image-436" title="ATT00002" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/ATT00002-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a><p class="wp-caption-text">Ulrike Grossarth, „Ulica Nova“</p></div>
<p><strong>25 Jahre Zwinger Galerie</strong></p>
<p><em>Die Galerie Zwinger feiert ihr 25jähriges Jubiläum im Dezember. Es gibt kaum einen anderen führenden Ausstellungsraum in der Stadt, an dem sich die Galeriengeschichte Berlins besser ablesen lässt. Anlass für einen Rückblick mit dem Galeristen Werner Müller.<span id="more-435"></span></em></p>
<p>LN: Herr Müller, Sie blicken auf fast drei Jahrzehnte Galerie Zwinger zurück. Hautnah erlebten Sie die Zeit vor der Wende, nach dem Mauerfall und die rasante Entwicklung der Kunstszene mit. Sehen Sie sich als Chronist der Berliner Galeriengeschichte?</p>
<p><strong>WM: Natürlich kann ich Geschichten erzählen, aber als Chronist sehe ich mich nicht. Weder bin ich Nostalgiker noch halte ich viel von verfrühter Historisierung. Der Blick geht nach vorn.</strong></p>
<p>LN: Die Galerie Zwinger eröffnete 1986 in der Dresdener Straße in Kreuzberg, damals ein Paradies für schräge Vögel und wilde Partys. Der Ladenraum Ihrer Galerie maß gerade mal 20 qm und war höher als breit. Wie kamen Sie in solch verrückten Jahren zu einer Galerie?</p>
<p><strong>WM: Das Filmemachen war meine eigentliche Passion, aber Anfang der 80er Jahre gab es in Deutschland keine Chance für ein Kino, wie es mir vorschwebte. Die Tätigkeit des Galeristen bot interessanten Ersatz. Es gibt Ähnlichkeiten zum Filmemachen. Das Zusammenführen unterschiedlicher Künstler und Talente wird nie langweilig. Nach Marcel Proust macht man im Leben sowieso immer das, was man am zweitbesten kann.</strong></p>
<p>LN: Woher stammt der Name Galerie Zwinger?<strong></strong></p>
<p><strong>WM: Den Namen Zwinger hat ein Freund vorgeschlagen. Es gibt den ironischen Verweis zum berühmten Dresdener Zwinger (wir befanden uns ja in der Dresdener Strasse). Zwinger klingt auch ein bisschen (Rudolf) Zwirner – damals ein wichtiger Galerist und ein Vorbild.</strong></p>
<p><strong> </strong>LN: Berlin besaß im Vergleich zum Rheinland nur einen geringen Stellenwert im deutschen Kunstmarkt. Wie haben Sie angefangen?</p>
<p><strong>WM: Angetreten bin ich nicht mit einem ausformulierten Konzept. Eines jedoch war klar: Keine expressive Malerei, weder abstrakt noch figurativ. Westberlin war voll davon und anderes drang kaum durch. Es gab eine Reihe von Mitstreitern bei der Presse und in der Kunstszene. Wir bekamen schnell große Aufmerksamkeit.</strong></p>
<p>LN: Noch heute vertreten Sie die Künstler, mit denen Sie als Galerist anfingen, darunter Eran Schaerf, Ulrike Grossarth, Heinz Emigholz, Ueli Etter, Nikolaus Utermöhlen und Käthe Kruse von &#8220;Die Tödliche Doris&#8221;. (Nicht zu vergessen SUSI POP als eine Art Hausmarke.) Was reizt Sie noch immer an diesen Künstlern, und wie haben Sie sie trotz starker Konkurrenz halten können?<strong> </strong></p>
<p><strong>WM: Alle diese inzwischen „gestandenen“ Künstler sind noch unterwegs. Bieten Überraschungen (ausgenommen Nikolaus Utermöhlen, der vor 15 Jahren jung verstorben ist).  Sie zeichnen sich durch scharfe Intellektualität aus, was allerdings auch verhindert, dass sie vom Mainstream des Kunstmarkts aufgenommen werden. Man wird zum Spezialisten für ungewöhnliche künstlerische Positionen und backt etwas kleinere Brötchen. Im Wesentlichen ist die Galerie ein Einmannbetrieb geblieben.</strong></p>
<p>LN: Nach der Wende kam es zu einer spektakulär anwachsenden Kunstszene, die sich zunehmend kommerzialisierte. Nur wenige Galerien Ihres Schlags bestehen noch heute. Was unterscheidet Ihre Arbeit von dem Wirken der jüngeren Generation?</p>
<p><strong>WM: </strong><strong>Vor 25 Jahren gab es den Ausbildungsberuf des Galeristen oder Kulturmanagers noch nicht. Man legte einfach los, aus einem idealistischen Interesse am Gegenstand heraus und brauchte auch noch nicht viel Geld dafür. Heute steigen die jungen Neugründer ganz anders ein: Professionell, versorgt mit genügend Kapital,  um sofort einen Standard zu behaupten, der einen Platz im Kunstmarktgefüge garantiert. Manche mögen sich auch von dem Glamour des Kunst-Jetsets verführen lassen. Es wird inzwischen so viel Geld umgesetzt, dass man nicht automatisch als Spinner abgetan wird, wenn man sich auf die eine oder andere Weise mit Kunst beschäftigt.</strong></p>
<div id="attachment_437" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/ATT00001.jpg"><img class="size-medium wp-image-437" title="ATT00001" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/ATT00001-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a><p class="wp-caption-text">Ulrike Grossarth, „Ulica Nova“</p></div>
<p>LN: In der Jubiläums-Ausstellung zeigen Sie eine Einzelschau mit Ulrike Grossarth. Die Zeichnungen, Projektionen und Malereien der Künstlerin beziehen sich auf Fotografien von Stefan Kielsznia, der in den 1930er Jahren das jüdische Viertel in Lublin fotografierte. Was gefällt Ihnen an Grossarths bildnerischen Reflektionen?</p>
<p><strong>WM: </strong><strong>Genau das: Es sind Bild gewordene Reflektionen. Ulrike Grossarth betont immer, dass es ihr nicht allein um die Herstellung von Kunstwerken geht, sondern um die Generierung von erfahrbaren und anschaulichen Denkräumen. Das gibt ihr die Freiheit, völlig unkonventionell mit ihren künstlerischen Mitteln umzugehen. Als Folge entstehen Artefakte, die in Ihrer formalen Ausprägung und Erscheinung äußerst ungewöhnlich und rätselhaft sind. </strong></p>
<p>LN: In den Neunzigern sind sie mit Ihrer Galerie nach Mitte umgezogen und in diesem Jahr in das nördliche Schöneberg. Den richtigen Riecher für Trends zu haben, ist das eines Ihrer Geheimnisse? Werden Sie hier länger verweilen?</p>
<p><strong>WM: Trends gingen immer an mir vorbei. Auch die Künstler, die etwas später hinzukamen, wie Gunter Reski, Gerhard Faulhaber oder Birgit Schlieps habe ich nicht angefragt aus dem Kalkül heraus, sie könnten einen angesagten Zeitgeist repräsentieren. Interessiert bin ich an eigenwilligen, vielleicht solitären künstlerischen Positionen. Auch die Entscheidung für die Mansteinstrasse als neuem Standort hat wenig mit dem Hype um die Potsdamer Strasse zu tun. Und ja, ich werde wohl einige Jahre hier bleiben. zehn Jahre Kreuzberg, vierzehn Jahre Mitte, das spricht doch für Standorttreue.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank für das Interview!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jubiläum 25 Jahre Galerie Zwinger, Ulrike Grossarth, „Ulica Nova“, Galerie Zwinger, Mansteinstrasse 5, Schöneberg, Di-Sa 12-18 Uhr, bis 17. Dezember 2011</strong></p>
<p><strong>Laila Niklaus (erschienen im TIP, 07.12.2011)</strong></p>
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		<title>Ansichten: Markus Wirthmann</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bildhauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Georg-Kolbe Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Wellmann]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>
		<category><![CDATA[Wirthmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Äolik in der Streusandbüchse Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No.13—Markus Wirthmann Manche Ausstellungen wirken stärker in einem intimeren Rahmen. Gerade acht Quadratmeter misst die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum in Westend. In diesem kleinen aber feinen Projektraum stellt sich Ausstellungsleiter Marc Wellmann seit 2009 der Herausforderung aktuelle bildhauerische Einzelpositionen zu zeigen, die den Skulpturbegriff in seiner Vielfalt behandeln. Kunstkammerkandidat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_428" class="wp-caption alignleft" style="width: 117px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-2-von-21.jpg"><img class="size-medium wp-image-428  " title="Markus Wirthmann (2 von 2)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-2-von-21-224x300.jpg" alt="" width="107" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Äolik in der Streusandbüchse, Wirthmann</p></div>
<p><strong>Äolik in der Streusandbüchse</strong></p>
<p><strong>Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No.13—Markus Wirthmann</strong></p>
<p>Manche Ausstellungen wirken stärker in einem intimeren Rahmen. Gerade acht Quadratmeter misst die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum in Westend.<span id="more-426"></span></p>
<p>In diesem kleinen aber feinen Projektraum stellt sich Ausstellungsleiter Marc Wellmann seit 2009 der Herausforderung aktuelle bildhauerische Einzelpositionen zu zeigen, die den Skulpturbegriff in seiner Vielfalt behandeln.</p>
<p>Kunstkammerkandidat Nummer 13 ist Markus Wirthmann. Der 1963 in Aschaffenburg geborene Künstler entwickelte an den Kunstuniversitäten in Braunschweig und Berlin ein ausgeprägtes Interesse für naturwissenschaftliche Vorgänge, die er seither versucht in Bildhauerei zu übersetzen.</p>
<p>Unbildbare Materialien wie Luft, Licht und Wasser haben es dem Künstler angetan. Um diese flüchtigen Stoffe einzufangen baut Wirthmann teils hochkomplizierte Systeme.</p>
<p>Aus einer Presse und einem Kompressor etwa bastelte Wirthmann 1995 eine pneumatische Wellenmaschine. In einem beinahe dreizehn Meter langem Wasserbecken in einer Londoner Galerie erzeugte die Installation eine Welle, die durch den Raum rollte und verebbte, von neuem begann, verebbte. Eine einzelne Woge, die als gefangen zur Schau gestellt wurde.</p>
<p>Auch in seinem aktuellen Projekt ist das Ausgangsmaterial schwer zu bändigen: Sand.</p>
<div id="attachment_430" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-1-von-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-430" title="Markus Wirthmann (1 von 2)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/12/Markus-Wirthmann-1-von-2-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Namibischer Wüstensand</p></div>
<p>In die Zwischenböden zweier windschiefer, mehrstöckiger Baumarktregale bohrte Wirthmann Löcher, durch die einige hundert Kilo Quarzsand aus vier Behältnissen unablässig herab rieseln und von Etage zu Etage faszinierende Miniatur-Wüstenlandschaften bilden. Zwei Ventilatoren verblasen die Staubkörner dazu, so dass es unter den Sohlen der Besucher knirscht.</p>
<p>Der Titel „Äolik in der Streusandbüchse“ bezieht sich auf das unendlich feine Zusammenspiel zwischen Wind und Sandkörnern, wie ihn der Künstler während eines Aufenthalts in der Namib-Wüste 2001 beobachtete.</p>
<p>Feinsinnig spielt Wirthmann aber auch auf ein Stück preußische Geschichte an. Schließlich war die „Streusandbüchse“ Friedrich des Großen ein mit Sand gefülltes Utensil zum Trocknen der Tinte und zugleich ein parodistisch gemeintes Bonmot zur Beschreibung des unfruchtbaren märkischen Bodens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kunstkammer No. 13—Markus Wirthmann, „Äolik in der Streusandbüchse“, bis 05. Februar 2012, Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, Di-So 10-18 Uhr</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Laila Niklaus (erschienen im TIP, 22.11.2011)</strong></p>
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		<title>Atelierbesuch: Die Malerin Sophie Holstein</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 16:46:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Atelierbesuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Zeichnungen sind kleine Versprechen Interview Laila Niklaus Sophie Holstein empfängt Gäste in ihrem Atelier in einem alten Gewerbehof in Kreuzberg. Die achtundzwanzigjährige Malerin und ihr Temperament haben wenig Platz in dem schmalen Atelier, das überquillt mit herrlichen Ölgemälden und Zeichnungen. Holstein pflegt eine figurative Malerei, die man als magischen Realismus bezeichnen könnte. Wirklichkeit und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_407" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/IMG_0415.jpg"><img class="size-medium wp-image-407" title="IMG_0415" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/IMG_0415-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Öl auf Leinwand</p></div>
<p><strong>Meine Zeichnungen sind kleine Versprechen</strong></p>
<p><strong>Interview Laila Niklaus</strong></p>
<p>Sophie Holstein empfängt Gäste in ihrem Atelier in einem alten Gewerbehof in Kreuzberg. Die achtundzwanzigjährige Malerin und ihr Temperament haben wenig Platz in dem schmalen Atelier, das überquillt mit herrlichen Ölgemälden und Zeichnungen. Holstein pflegt eine figurative Malerei, die man als magischen Realismus bezeichnen könnte. Wirklichkeit und magische Elemente verschmelzen in ihren Bildern zu einer dritten Ebene.</p>
<p><span id="more-406"></span></p>
<p>Der Begriff des magischen Realismus wurde von dem Kunstkritiker Franz Roh in einem Artikel in der Zeitschrift Revista de Occidente (1927) geprägt. Besonders in der lateinamerikanischen Literatur vertreten, scheint es wird dieser Stil nun wieder von der Malerei aufgegriffen.</p>
<p><strong><em>LN: Sophie, im Zentrum Deiner Malerei stehen Menschen. Sie tauchen überall auf, ob in kleinformatigen Zeichnungen oder farbintensiven Großformaten. Als Einzelfigur, als Paar oder in Gruppen. Was fasziniert Dich am Thema Mensch?</em></strong></p>
<p>SH:  Mich interessiert zum Beispiel das Unvermögen jemals zu wissen, was ein anderer Mensch wirklich fühlt. Der Graben zwischen uns ist es wohl, der mich am meisten beschäftigt. Diese Lücken zwischen den Menschen ist der Nährboden für Konflikte und unsere gegenseitige Faszination.</p>
<p><strong><em>LN: Deine Malerei scheint sich auf mindestens vier Blöcke zu konzentrieren: Zeichnung, Aquarell, Tinte und großformatige Leinwand. Warum? </em></strong></p>
<p>SH: Die Arbeit mit verschiedenen Werkstoffen kommt mir so vor, als würde ich wie zwischen zwei Sprachen hin- und her springen. Auch wenn man die gleiche Geschichte erzählt, ergibt sich in der jeweiligen Sprache ein eigener Erzählweg.</p>
<p><strong><em>LN: Auf den Leinwänden entwickelst Du vielschichtige Geschichten, während die kleinen Aquarellzeichnungen abstrakter wirken. Wann malst Du was, warum?</em></strong></p>
<div id="attachment_408" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/vase1.jpg"><img class="size-medium wp-image-408" title="vase1" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/vase1-300x227.jpg" alt="" width="300" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Tinte</p></div>
<p>SH: Ja, ein mit Tinte gemalter Stuhl vermittelt einen anderen Eindruck als einer in Ölfarbe. Die Durchlässigkeit von Aquarell oder Tinte, die Verletzlichkeit von Papier inspirieren mich dazu dieses Gefühl auch auf die Menschen in den Bildern zu übertragen.</p>
<p>Ich empfinde bei Ölfarben eher ein Verlangen über Konstruktion und Illusion nachzudenken. Die geschmeidige Farbe kann in Lasuren vernebeln oder brutal verdecken was unter ihr liegt. Ich setze Ölfarbe ein, um ein Bild zum Leuchten zu bringen und damit die Szene optisch aus dem Bild hervortritt. Die Farbe dient dabei nicht nur der Kolorierung, sondern schafft ein Gefühl von Temperatur und Raumtiefe und für die Struktur unterschiedlichster Materialien.</p>
<p><strong><em>LN: Du hast mir mal gesagt, dass Deine Zeichnungen für Dich wie kleine Gebete, Gedanken oder Versprechungen wären. Wie meinst Du das?</em></strong></p>
<div id="attachment_409" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/sc000d8cb0.jpg"><img class="size-medium wp-image-409" title="sc000d8cb0" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/sc000d8cb0-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Tinte</p></div>
<p>SH: So denke ich über die kleinen Tintenzeichnungen, die zwar aus unzähligen Schichten von Tinte bestehen, tatsächlich aber nur Umrisse oder Silhouetten von Figuren und abstrakten Formen zeigen. Sie beschreiben keine Geschichte sondern nur ein Gefühl.</p>
<p>Ich zeige weder ein erkennbares Umfeld noch gebe Indizien darauf, in welcher Zeit diese Körper sind. Mir geht es weder um Konstruktion und Plan, sondern nur um die Energie und Konzentration im Prozess des Zeichnens.</p>
<p>Um die Direktheit der Handlung, denn auf dem Papier wird nichts verborgen.</p>
<p>Wenn die Feder die Oberfläche des Papiers beim beschreiben der Linie, die am Ende eine Hand darstellt, verletzt wird und die mit Wasser verdünnten Pigmente in die tieferen Schichten eindringen werden die Formen irgendwie wahrhaftig.</p>
<p><strong><em>LN: Als zeitgenössische Künstlerin ist es eher ungewöhnlich, dass Du „nur“ ein Medium bedienst. Also nicht auch noch Video, Fotografie und Installationen machst. Bist Du der Malerei verfallen?</em></strong></p>
<p>SH: Vielleicht kommt der Moment noch in dem ein anderes Medium geeigneter wird. Augenblicklich empfinde ich das Papier oder die Leinwand als flach, doch sobald Ideen hinzukommen verwandelt sich die Fläche in ein Fenster.</p>
<p><strong><em>LN: Die Personen auf Deinen Leinwänden wirken chronisch unzufrieden, melancholisch oder entrückt. Woher kommen die Figuren auf Deinen Bildern? Was sind zentrale Themen für Dich?</em></strong></p>
<div id="attachment_410" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/IMG_8114.jpg"><img class="size-medium wp-image-410" title="IMG_8114" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/IMG_8114-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Aquarell</p></div>
<p>SH: Die Menschen auf den Bildern sind zugleich ausgedacht und basieren auf meinen eigenen Erfahrungen, Gedanken und Beobachtungen.</p>
<p>Mich interessiert die jugendliche Suche nach einem eigenen Weg durchs Leben, die von Hoffnung und Angst begleitet wird. Es ist wie die Jagd nach einem flüchtigen Versprechen. Dabei werden Gegenstände mit Wünschen aufgeladen, etwa Glücksbringer oder Maskottchen und manchmal dienen spirituelle Rituale als Geländer auf dem Lebensweg.</p>
<p>Auf Euphorien folgen Erschöpfungszustände, Depressionen oder auch Langeweile.</p>
<p>Ein Mensch der mit einem unbestimmten Gefühl von Unsicherheit einschläft, kann sich am nächsten Morgen bereits wieder als ‚auf dem richtigen Weg’ fühlen.</p>
<p>Es muss sich faktisch nichts geändert haben um Gefühle von Zuversicht und Desillusion im verwirrenden Wechselspiel zu erleben.</p>
<p><strong><em>LN: Ein wichtiges Stilmittel, um Emotionen nach außen zu kehren, scheint für Dich die Perspektive zu sein. Sie scheint oft ein Stück verschoben. Warum machst Du das?</em></strong></p>
<p>SH: Ich mache das wegen der Ambivalenz. Aus jedem Blickwinkel ergibt sich die Umgebung anders und auf jedes Gemüt wirkt ein Raum verschieden. Das Nebeneinander der verschiedenen Empfindungen übersetze ich in die Komposition eines Bildes.</p>
<p>Es geht mir selten um die reine Anwesenheit und Abbildung einer bestimmten Sache, sondern vielmehr um die Atmosphäre die sie vermittelt.</p>
<p><strong><em>LN: In Deiner Malerei entwirfst Du eine Art magische Realität mit doppelten Böden und alltäglichen Helden. Doch aus den Bildern ergeben sich keine eindeutigen Geschichten. Wie wichtig ist es Dir diese Verwirrung hervorzurufen? Und was gibst Du am Ende doch mit auf den Weg?</em></strong></p>
<p>SH: Ich bemühe mich so präzise wie möglich zu sein- dennoch ist meinen Bildern nicht eine bestimmte ‚Nachricht’ übergeordnet die sich mühsam im Bild verschlüsselt.</p>
<p><strong><em>LN: Deine Kompositionen sind aufgebaut wie Theaterkulissen. Skurrile Details lösen Assoziationsketten aus, etwa durch altmodisches Spielzeug, Kuscheltiere oder ein Ringelschweinchen auf einem Holzblock. Sind diese Objekte Anti-Symbole oder Fetisch-Metaphern, die nur für Dich einen tieferen Sinn haben?</em></strong></p>
<div id="attachment_411" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/Holstein_1.jpg"><img class="size-medium wp-image-411" title="Holstein_1" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/Holstein_1-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Öl auf Leinwand</p></div>
<p>SH: Ich kann diese Art der Details nicht zusammenfassend erklären da die Mehrdeutigkeit aus meiner Sicht das Interessante ist. Zunächst gibt es eine tiefere Bedeutung im Nichts- wir können eine Sache immer wieder neu mit Bedeutung aufladen. Die Bereitschaft Sinn zu suchen und zu geben ist dem Menschen eigen.</p>
<p>Mein Ziel ist es aber nicht Symbole zu erschaffen, die sich nur dem Wissenden mitteilen, sondern jedem der auf sein eigens Gefühl achtet.</p>
<p>Es geht mir darum, dass man richtig liegt in dem Moment, wo man selber assoziiert und nicht die Abkürzung über den Intellekt nimmt. Sobald ein Symbol im Bild nicht mehr einen Charakter hat sondern nur der Sinnträger ist, braucht es nicht gemalt zu werden. Es hätte auch mit einem Wort definiert sein können.</p>
<p><strong><em>LN: Du bist auf dem norddeutschen Land aufgewachsen, Deine Bilder zeigen aber ausschließlich Räume. Woran liegt das?</em></strong></p>
<p>SH: Als Kinder auf dem Land haben wir die meiste Zeit entweder Höhlen oder Welten aus Playmobil und Holzklötzen gebaut. Einmal habe ich eine Freundin besucht und sie hatte auf ihren Teppich Linien gezeichnet die ihr Zimmer in lauter kleine „Zimmerchen“ unterteilten.</p>
<p>Selbstverständlich durfte man nicht einfach darüber steigen sondern musste durch die eingezeichneten Türen gehen. Sprechen konnte man auch nur wenn man sich im gleichen „Raum“ aufhielt. Ich erinnere nicht mehr genau ob ich mich nicht sogar einsam fühlte, allein auf der anderen Seite der Klotzlinie.</p>
<p>Mich interessieren Bedürfnisse und Wünsche der Menschen, die sich in den von ihnen geschaffenen Räumen widerspiegeln.</p>
<p><strong><em>LN: Besonders oft tauchen Kinder oder infantil wirkende Erwachsene in Deinen Bildern auf. Du zeigst etwa schlafende Kinder in einer Serie auf Mini-Leinwänden. Oder Porträts von Kinderköpfen, die überaus schelmisch wirken. Was fasziniert Dich an Kindern?</em></strong></p>
<div id="attachment_412" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/junge-zeichnet-stadt.jpg"><img class="size-medium wp-image-412" title="junge zeichnet stadt" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/junge-zeichnet-stadt-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel, Tinte und Aquarell</p></div>
<p>SH: Die Vorstellung das Kinder den Dingen völlig unbefangen eine eigene Bedeutung schenken. Bevor ein Kind gelernt hat Funktionalität und Allgemeingültigkeit der eigenen Fantasie überzuordnen, entsteht in jedem Kind eine individuelle Auffassung ihrer Umgebung.</p>
<p>Stolperst du nicht manchmal über eine Sache, zu der Du als Kind eine besondere Beziehung hattest? Über einen Stoff, von dem Du dachtest, dass eine Kolonie von Sandkornraupen darin lebt und Burgen baut, der sich Jahre später doch bloß als schnöder Vorhang entpuppte?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke für das Gespräch!</p>
<p>SH: Danke Laila, für Deine Fragen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sophie Holstein, </strong><a href="http://www.sophieholstein.com/"><strong>www.sophieholstein.com</strong></a><strong></strong></p>
<p><strong>Nächste Ausstellung: </strong></p>
<p>Anfang Februar 2012, Gruppenausstellung Paris, Galerie Daniez &amp; de la Charette (Zeichnungen) <a href="http://www.galerieddc.com/">http://www.galerieddc.com/</a></p>
<p>Mai 2012, Einzelausstellung in der Galerie Lacke und Farben, Berlin, <a href="http://www.lackefarben.de/">http://www.lackefarben.de/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Sophie Holstein:</span></em></strong></p>
<p><strong><em>Ausbildung:</em></strong><em></em></p>
<p><em>2006-2008 BFA, Parsons The New School for Design, New York</em></p>
<p><em>2004-2006 Parsons School of Design, Paris, Master in Fine Arts </em></p>
<p><strong><em>Einzelausstellungen:</em></strong><em></em></p>
<p><em>2009 Galerie Kuckucksnest, Berlin</em></p>
<p><strong><em>Gruppenausstellungen:</em></strong><em></em></p>
<p><em>2009 lets go home, S-KAI building, Hamburg<br />
2008 Thesis Show, MC Gallery, New York<br />
2007 City Symphonies/Urban Muck, fifth floor Gallery, New York<br />
2007 Mentor- Meteor, fifth floor Gallery, New York<br />
(Catalog with essay by Tom Zummer)<br />
2005 Parsons School of Design,<br />
End of the year show at Espace commune, Paris<br />
2004 Parsons School of Design Gallery, Paris</em></p>
<p><strong><em>Auszeichnungen:</em></strong><em><br />
2006-2007 BFA Deans Scholarship</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=406' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Galerie: Schöneberger Galerienrundgang 2011</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=392</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 18:39:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie]]></category>
		<category><![CDATA[Galerienrundgang]]></category>
		<category><![CDATA[Offene Ateliers Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[4. SCHÖNEBERGER GALERIERUNDGANG  UND OFFENE ATELIERS 2011 33 Ateliers und 24 Galerien öffnen am 5. und 6. November 2011 zum vierten Mal ihre Türen im Berliner Stadtteil Schöneberg. Alle Freunde zeitgenössischer Kunst sind am Sonnabend von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr herzlich eingeladen. Das Interesse und die Begeisterung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_393" class="wp-caption alignleft" style="width: 132px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/Volanti_Baeumler_02.jpg"><img class="size-medium wp-image-393   " title="Volanti_Baeumler_02" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/11/Volanti_Baeumler_02-215x300.jpg" alt="" width="122" height="170" /></a><p class="wp-caption-text">Volanti und Bäumler, Galerie 18m</p></div>
<p><strong>4. SCHÖNEBERGER GALERIERUNDGANG  UND OFFENE ATELIERS 2011</strong></p>
<p><strong>33 Ateliers und 24 Galerien öffnen am 5. und 6. November 2011 zum vierten Mal ihre Türen im Berliner Stadtteil Schöneberg. Alle Freunde zeitgenössischer Kunst sind am Sonnabend von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr herzlich eingeladen.</strong></p>
<p>Das Interesse und die Begeisterung für Kunstspaziergänge nehmen von Jahr zu Jahr sprunghaft zu, da macht auch Berlin keine Ausnahme. Im vergangenen November schlenderten Hunderte durch das frostige Schöneberg, wärmten sich an Farben, Objekten, Gesprächen, Tee und Rotwein in den Ateliers und kletterten sogar vier Treppen im Hinterhof hinauf oder in den Hauskeller hinunter.</p>
<p><strong><span id="more-392"></span></strong></p>
<p>Im Berliner Stadtteil Schöneberg arbeiten und leben seit je viele Künstler – Maler, Schauspieler, Schriftsteller, Filmemacher und Musiker.  Eine von ihnen war Gertrude Sandmann;  als Jüdin und Lesbe in der NS-Zeit verfolgt, hat die Malerin in der Eisenacher Strasse mitten in Berlin-Schöneberg bis 1981 gelebt und gearbeitet.</p>
<p>Neben der klassischen Galerie für aktuelle deutsche und internationale Kunst gibt es in Schöne­berg auch den Wohnungsflur als Ausstellungswand,  die Eintags-Wohnzimmergalerie, die Produ­zenten­­galerie und als Novum eine Street Art Galerie. Und: Wegen der Vielzahl von neuen Galerien im nördlichen Schöneberg – vor allem Neugründungen – dehnen wir den Rundgang in die­­sem Jahr auf zwei Tage aus. Das geographische Zentrum liegt immer noch bei den Initiatoren im Geviert um die Akazien­strasse, allerdings mit lebendigen Ausläufern in alle Himmelsrichtungen.</p>
<p>Galeristin Julie August der <strong>Galerie 18m</strong> zeigt unter anderem Plastiken, Zeichnungen, Papierarbeiten von Quirin Bäumler und Gabriela Volanti in der Ausstellung &#8220;Die Welt als Widersacherin des Guten#2&#8243;.</p>
<p>Gabriela Volanti zeigt Papierarbeiten und Zeichnungen, Quirin Bäumler Plastiken. Es geht in den Werken der Künstler und auch gerade in ihrer Zusammenstellung um das Sehen, den visuellen Akt des Aufnehmens, des »WahrNehmens« von Dingen – sowohl durch den Künstler als auch durch den Betrachter; dieser als vergleichbarer Akt. Beide überschreiten somit ihre eigentlichen Kompetenzen – der Künstler ist nicht nur Schöpfer, der Rezipient ein Stück weit auch am von ihm wahrgenommenen Werk beteiligt, so dass sich eine Synthese des schöpferischen und<br />
des betrachtenden Menschen ergibt.</p>
<p>Intensives, aktives Schauen bewegt zum Gestalten eines Dings, das wiederum genau das zum Ziel hat, danach drängelt, angeschaut zu werden. Motor dieser Zirkelbewegung ist die Notwendigkeit. Nichts Neues also, lediglich die Zusicherung der Gabe des menschlichen Sehens als eine schöpferische Tat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>DIE GALERIEN</strong>  18m Galerie / Berlin Avantgarde / Caspers Galerie /  dorisberlin / Galerie Berlin Baku / Galerie Corridor 23 / Galerie cubus-m / Galerie Gondwana /  galerie für jkd / Galerie Listros / Galerie Kuhn &amp; Partner / Galerie KunstKo / Galerie Kunst Krämer / Galerie SubjectObject / Gilla Lörcher Contemporary Art  / Haus am Kleistpark / Haus am Lützowplatz / Kit Schulte Berlin / Kubackis Wohnzimmergalerie / mianki. Gallery / Museum der unerhörten Dinge / StreetArt Gallery B25 / Under the Mango Tree / Werkstattgalerie /</p>
<p><strong>DIE OFFENEN ATELIERS </strong>Klaus Abromeit / Murshida Arzu Alpana / Katharina Bach / Ulla Barth / Hannah Becher / Sabine Beuter / Christine van Beveren / Sonja Blattner / Uliane Borchert / Petra Brenner / Judith Brunner /Sophia Camargo / Kiddy Citny / Ibrahim Coskun / Brigtte Douka / Christiane Duttmann / Adib Fricke / Jürgen Frisch / Bernhard Garbert / Christian Jacob / Stephan Har­manus / Thomas Hillig / Christian Jacob / Sabine Kasan / Susanne Kienbaum / André Kirchner / Mona Koenen / Eva-Marie Kreuzberger / Doris Kuwert / Uwe Langer, Wolfgang Leonhardt / Isabel Mertel  / Sabine Noll /  Gabriele Oelschläger / Horst Felix Palmer /  Jani Pietsch / Karina Pośpiech / Marina Prüfer / Ronald Prüfer / Eberhard Reinacher / Ursèl Ritter / Samuel Rohner / Thomas Schliesser /  Robert Schmidt-Matt / Egon Schrick / Andrea Schumann / Christoph<strong> </strong>Siedenschnur / Jessica Slominski / Hermann Spoerel / Teo Vadersen / Martin Viergutz / Burchard Vossmann / Helga Wagner / Volker Wartmann / Verena Weck­werth / Knut Werner-Rosen<strong> </strong>/ Angela Zumpe</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Sonnabend, 5. November 2011    12 – 20 Uhr</strong></p>
<p><strong>Sonntag, 6. November 2011     12 – 18 Uhr</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zum Rundgang erscheint ein Flyer im Format A3, auf dem alle Adressen verzeichnet sind. </strong></p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=392' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Upcoming: Design Messe Qubique</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=385</link>
		<comments>http://www.kunstundsinn.de/?p=385#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 10:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Upcoming]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Design]]></category>
		<category><![CDATA[Messe Tempelhof]]></category>

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		<description><![CDATA[Der ehemalige Flughafen Berlin Tempelhof wird für einige Tage zum Neumekka für Möbelprofis und Designenthusiasten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_386" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-386" title="Qubique Location KuS" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Qubique-Location-KuS-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" /><p class="wp-caption-text">Design Messe Qubique, Flughafen Tempelhof 2011</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der ehemalige Flughafen Berlin Tempelhof wird für einige Tage zum Neumekka für Möbelprofis und Designenthusiasten.<span id="more-385"></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kunst un(d) Sinn wird sich auf der Qubique umschauen und herausfinden, was gerade so an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design passiert&#8230;</p>
<p>Die Qubique zeigt nicht nur inspirierendes Möbeldesign von progressiven Marken und spannenden Newcomern, sondern auch internationale Designgalerien.</p>
<p>Im sogenannten Gallery Walk in der Eingangshalle zeigen neun Galerien aus den USA, dem Libanon, Israel, der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich ausgesuchte Möbel und Objekte.</p>
<p><strong>Qubique Design Messe, Flughafen Tempelhof, 26. bis 29. Oktober </strong></p>
<p><a href="http://www.qubique.com/" target="_blank">http://www.qubique.com/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=385' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gastbeitrag International: 54. Biennale in Venedig</title>
		<link>http://www.kunstundsinn.de/?p=360</link>
		<comments>http://www.kunstundsinn.de/?p=360#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 15:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vivien Trommer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Norma Jeane]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Künstlerin Norma Jeane stellte zur Eröffnung des Padiglione Centrale inmitten eines noch sauberen Ausstellungswürfels das interaktive Kunstwerk „#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17...)“ – einen hüfthohen Kubus aus Knetmasse in den Farben der ägyptischen Flagge.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_379" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane-Demoracie3.jpg"><img class="size-medium wp-image-379" title="Norma Jeane Demoracie" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane-Demoracie3-300x203.jpg" alt="" width="300" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Norma Jeane, 54. Biennale Venedig</p></div>
<p><strong>Norma Jeane &#8211; ein Gesicht mit vielen Gesichtern </strong></p>
<p><em>Unsere Gastautorin <strong>Vivien Trommer</strong> hat sich in Venedig auf der 54. Biennale umgeschaut und eine Arbeit der US-amerikanischen Künstlerin Norma Jeane entdeckt, die quasi bei ihr kleben blieb.</em><span id="more-360"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_373" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane_Label2.jpg"><img class="size-medium wp-image-373" title="Norma Jeane_Label" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/10/Norma-Jeane_Label2-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Norma Jeane, Knet-Kubus in den Farben der ägyptischen Flagge</p></div>
<p>Norma Jeane stellte zur Eröffnung des Padiglione Centrale, inmitten eines noch sauberen Ausstellungswürfels, das interaktive Kunstwerk „#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17&#8230;)“ – einen hüfthohen Kubus aus Knetmasse in den Farben der ägyptischen Flagge.</p>
<p>Die Besucher dürfen sich seither des Plastilins frei bedienen und werden so Teil des Kunstwerks, das sich beständig weiter entwickelt. Ein Ausstellungsbesucher schmierte „Democracia“ mit Filzstift und in großen Lettern an eine der Ausstellungswände.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Darunter tummeln sich die Besucher der Biennale und formen aus der dreifarbigen Knetmasse Wörter, Figuren und Symbole. Die rote, schwarze und weiße Knete ist mittlerweile über den gesamtem Pavillon verteilt: An den Wänden, auf dem Boden und an den Händen der Besucher. Eifrig hinterlassen die freiwilligen Teilnehmer anonyme Nachrichten oder arbeiten kollektiv an kleinen Bauprojekten.</p>
<p>Der Hintergrund der Installation hat aber nichts mit Spielerei zu tun, so verweist der Arbeitstitel auf die tunesische Stadt Sidi Bouzid und Zeitangaben, die sich auf politisch motivierte Unruhen in der arabischen Welt Anfang 2011 beziehen.</p>
<p>Die Datumsangaben, wie der 25. Januar, der 12. oder 14. Februar, gingen als Kürzel via Twitter um die Welt.</p>
<p>Sidi Bouzid gilt als Ursprung der Ausschreitungen in Tunesien, die in umwälzenden Revolutionen in Tunesien und Ägypten mündeten. 20 Zivilisten starben bei Protesten gegen den tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali. Im Anschluss setzten sich die Demonstrationen in der Hauptstadt Tunis fort und griffen von dort aus über die Grenzen des Landes hinaus.</p>
<p>Die Arbeit Norma Jeanes weist auf die Vergänglichkeit von sprachlicher Kundgebung hin: Niemand weiß, welche Notiz Morgen noch zugänglich sein wird.</p>
<p>Rudolf Balmer zitierte in einem Artikel in der taz Ende Januar den tunesisch-französischen Schriftsteller Abdelwahab Meddeb, der die Ereignisse als medial geleitete Kettenreaktion charakterisierte: „Diese Revolution wurde im Wesentlichen über das Medium Internet von der digitalen Blog-Generation gemacht. Und ihr blitzartiger Verlauf entspricht der Geschwindigkeit und der Augenblicklichkeit, die dieses Mittel ermöglicht.“</p>
<p>Norma Jeanes Arbeit verleiht dem Phänomen einen neuen Ausdruck. Rasant vernetzen sich die Botschaften der Teilnehmer. Das internationale Publikum der Biennale tritt in Aktion. Die so entstehende Kommunikation überwindet (inter)nationale Differenzen. Ähnlich schnell fanden in der realen Welt die Meldungen der Revolution in Tunesien ihren Weg in die Öffentlichkeit und provozierten eine Art Domino-Effekt, der zu politischen Umstürzen im Nachbarland Ägypten führte.</p>
<p>Im Sinne des Arabischen Frühlings transformiert die Künstlerin das Symbol der Nation. Die Flagge Ägyptens zerfällt im Kunstkontext und verbindet sich zu einem neuen Netzwerk der Zeichen.</p>
<p>Norma Jeane ist das Pseudonym einer amerikanischen Künstlerin, die unerkannt bleiben möchte.</p>
<p>Die Künstlerin arbeitet in freien Kooperationen und erscheint nicht bei öffentlichen Veranstaltungen, sondern lässt Kollaborateure bei ihren Events und Performances auftreten. Norma Jeanes Arbeitsweise ist projektbezogen und wird von wechselnden Partnern getragen. Als ihren Wohnort gibt sie „everywhere“ (überall) an. Ihr Studio ist die Welt.</p>
<p>Den Mädchennamen einer der größten Schauspielikonen des 20. Jahrhunderts, Marylin Monroe, trägt sie dabei wie eine schützende Maske. Das Geburtstagdatum der Künstlerin, am 5. Juni 1962, fällt mit dem Todestag des Filmstars zusammen. Von der Künstlerin Norma Jeane existiert kein Abbild. Entweder hat sie kein Gesicht, oder aber sie hat tausende.</p>
<p>Ganz im Gegensatz zur Monroe, die als Popikone unter anderem von Andy Warhol in monumentalen Siebdrucken verewigt wurde.</p>
<p>Norma Jeanes Projekt ist auf den gesamten Zeitraum der Biennale angelegt. Jeder kann dabei zum Künstler werden. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Aussagen. Ähnlich dem Twittern werden dabei frühere Notizen aufgegriffen und verändert. Norma Jeane stellt das Material zur Verfügung. Das Kunstwerk ist die Summe aller Beiträge. Jeder Einzelne hinterlässt einen Teil seiner Identität, als Fingerabdruck in der Knete, oder als Botschaft an der Wand.</p>
<p>Die Kunst lebt: Als eine Form der Demokratie und als spielerische Aktion!</p>
<p><strong>Norma Jeane * 1962 Los Angeles, USA; “#Jan25 (#Sidibouzid, #Feb12, #Feb14, #Feb17&#8230;)“ läuft noch bis zum 27. November 2011, Padiglione Centrale, Giardini;  54. Venedig Biennale, 2011: ILLUMInations Kuratorin: Bice Curiger</strong><em><strong></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Vivien Trommer</strong> wurde 1986 in Berlin geboren und studiert derzeit in einem Masterstudiengang Curatorial und Critical Studies an der Goethe-Uni und der Städelschule in Frankfurt am Main. Vivien betreute auf der 54. Biennale in Venedig den Schlingensief Pavillon mit und stieß im Padiglione Centrale auf die Arbeit von Norma Jeane.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=360' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		<title>International: 12. Istanbul Biennale</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 17:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Kunst am Bosporus - 12. Istanbul Biennale

 

Schon auf der Berlin Biennale 2010 stellte sich eine Frage: spielt es im globalisierten Biennale-Geschäft überhaupt noch eine Rolle, an welchem Ort sie stattfindet?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_350" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-4.jpg"><img class="size-medium wp-image-350" title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-4-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kunst am Bosporus &#8211; 12. Istanbul Biennale</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Schon auf der Berlin Biennale 2010 stellte sich eine Frage: spielt es im globalisierten Biennale-Geschäft überhaupt noch eine Rolle, an welchem Ort sie stattfindet?<span id="more-349"></span></p>
<p>Auch die zwölfte Istanbul Biennale mit dem Titel „Untitled“, die Anfang September in zwei alten Lagerhallen am Ufer des Bosporus eröffnete, könnte inhaltlich ebenso in irgendeiner anderen Stadt der Erde gezeigt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_352" class="wp-caption aligncenter" style="width: 292px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-352 " title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-1-224x300.jpg" alt="" width="282" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch dank einer vermögenden Sponsorengruppe zählt die seit 1987 alle zwei Jahre in der türkischen Metropole stattfindende Kunstschau mittlerweile neben den Biennalen in Venedig und Sao Paulo zu den wichtigsten Biennalen weltweit.</p>
<p>Aber gerade an ihrem Anspruch, international mitzuspielen, kränkelt die diesjährige Ausstellung. Vom Kuratorenduo Adriano Pedrosa aus Brasilien und Jens Hoffmann aus Costa Rica organisiert, lässt sie jeglichen Bezug auf die Türkei vermissen. Die Schau ist straff strukturiert, doch nicht ein einziger Ausstellungsort in der Stadt wurde genutzt.</p>
<div id="attachment_356" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-3.jpg"><img class="size-medium wp-image-356" title="Adriano Pedrosa &amp; Jens Hoffmann" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-3-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Adriano Pedrosa &amp; Jens Hoffmann</p></div>
<p>Als Ideengeber der Schau wählten die Kuratoren den bereits verstorbenen Künstler Felix Gonzalez-Torres (1957-1996). Die fünf Themenblöcke Abstraktion, Reisepass, Geschichte, Death by Gun und Ross sind Paraphrasen jeweils eines Werks des kubanisch-amerikanischen Konzeptkünstlers und sollen seine Gedanken weiterführen.</p>
<p>Für die Ausstellungsarchitektur mit fünf Gruppenschauen und 50 Einzelpositionen verfrachtete der japanische Architekt Rye Nishizawa Aluminiumboxen in die orangefarben gestrichenen Lagerhallen. Sie gleichen Containern auf einem Frachtschiff und wirken wie eine Anspielung auf die Globalisierung der Kunst.</p>
<div id="attachment_353" class="wp-caption aligncenter" style="width: 234px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-11.jpg"><img class="size-medium wp-image-353 " title="12. Istanbul Biennale" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-11-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">12. Istanbul Biennale</p></div>
<p>Besonders wichtig war es den Kuratoren, Verbindungen zwischen den Gruppen- und Einzelschauen zu schaffen. Das Kapitel „Untitled“ (Abstraktion) orientiert sich an der Arbeit „Untitled“ (Bloodwork &#8211; Steady Decline, 1994) von Gonzalez-Torres, die den Verlauf eines an Aids erkrankten Menschen auf Koordinatenpapier durch eine abfallenden Linie deutlich macht.</p>
<p>In der Ausstellung führt eine ganzflächige Bodenskulptur der Brasilianerin Renata Lucas aus faltbaren Holzplatten, die man je nach Bedarf aufstellen oder zusammenklappen kann, zu feinsinnigen geometrischen Papierfaltarbeiten der Ungarin Dóra Maurer und schließlich zu der Arbeit „Untitled“ (Hair with Grids) der Libanesin Mona Hatoum, die Haare in Papier verarbeitet hat.</p>
<div id="attachment_354" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-354" title="Renata Lucas, &quot;Fay Hatti&quot; (2003)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-2-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Renata Lucas, &quot;Failure&quot; (2003)</p></div>
<p>Gonzalez-Torres Arbeiten haben immer eine persönliche Ebene. Der Künstler machte seine Sexualität zum zentralen Thema vieler Arbeiten und verarbeitete in seinen Werken schmerzhafte Erfahrungen, wie den Verlust seines Liebhabers Ross Laycock.</p>
<p>So zeigt das Biennale-Kapitel „Untitled“ (Ross) unter anderem die Video-Arbeit „Last Address“ (2009) von Ira Sachs. Der Regisseur filmte letzte Wohnorte an AIDS verstorbener New Yorker Künstler, wie Keith Haring oder Robert Mapplethorpe. Einen ganz intimen Einblick in ihr Privatleben hingegen gewähren die in Berlin lebenden Künstler Elmgreen &amp; Ingar Dragset in „The Black and White Diary (2009) mit über 300 intimen Privatfotos. Bemerkenswert sind auch die Porträtaufnahmen der Künstlerin Catherine Opie, die um das Thema Geschlechteridentität kreisen.</p>
<div id="attachment_355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-10.jpg"><img class="size-medium wp-image-355" title="Catherine Opie, Frankie (1995)" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/09/Istanbul-10-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Catherine Opie, Frankie (1995)</p></div>
<p>Ein weiterer Aspekt der Biennale sind die medial übergegenwärtigen Bilder zu Gewalt, Krieg und Terrorismus. In „Untitled“ (Death by Gun) dokumentiert die Fotografin Letizia Battaglia Mafia-Morde in Sizilien und Matt Collishaw lässt den Betrachter in „Bullet Hole“ tief blicken auf ein fieses Einschussloch in einem Schädel, das von Collishaw ästhetisch aufgearbeitet zunächst wie ein Kirchenfenster wirkt.</p>
<p>Wie Geschichte manipuliert und umgeschrieben wird, beschreibt der Abschnitt „Untitled“ (Geschichte). Der Ägypter Wael Shawky erzählt in „Cabaret Crusades: The Horror Show File“ (2010) mit 200 Jahre alten italienischen Marionetten die Geschichte der Kreuzzüge (1096-99) aus arabischer Sicht. Das düstere, aber brillante Marionettentheater in Spielfilmlänge stellt wichtige Fragen zum westlichen Blick auf die arabische Welt und vice versa.</p>
<p>Sie ist die einzige Arbeit, die als Bezug zu Istanbul gelten kann. Schade eigentlich, denn schließlich erobert türkische Kunst derzeit weltweit Galerien, Museen und Sammlungen.</p>
<p>Zum Glück zeigt das Kunstmuseum Istanbul Modern, gleich neben den Biennale-Hallen gelegen, zeitgleich die kluge und provokante Ausstellung „Dream and Reality“, in der türkische Künstlerinnen die soziale und kulturelle Transformation ihres Landes sichtbar machen, mit dabei etwa die wunderbare Performerin, Fotografin und Video-Künstlerin Nilbar Güres. Manchmal darf es eben auch weniger global sein.</p>
<p><strong>Laila Niklaus</strong></p>
<p>(kürzere Fassung im TIP erschienen am 29. September 2011)<strong><br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Untitled“ (12th Istanbul Biennal), 2011, bis 17. November 2011</strong></p>
<p><strong><a href="http://12b.iksv.org/en/index.asp">http://12b.iksv.org/en/index.asp</a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Dream and Reality“, Istanbul Modern, bis 22. Januar 2012 </strong><a href="http://www.istanbulmodern.org/en/f_index.html"><strong>http://www.istanbulmodern.org/en/f_index.html</strong></a><strong></strong></p>
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		<title>Upcoming</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 09:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Upcoming]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[abc &#8211; art berlin contemporary 07.-11. September 2011 http://www.artberlincontemporary.com/ IKSV Bienal &#8211; Istanbul Biennale 17. September &#8211; 13. November 2011 http://bienal.iksv.org/en &#160; &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>abc &#8211; art berlin contemporary 07.-11. September 2011 </strong></p>
<p><a href="http://www.artberlincontemporary.com/" target="_blank">http://www.artberlincontemporary.com/</a><strong></strong></p>
<p><strong>IKSV Bienal &#8211; Istanbul Biennale 17. September &#8211; 13. November 2011<br />
</strong></p>
<p><a href="http://bienal.iksv.org/en" target="_blank">http://bienal.iksv.org/en</a><span id="more-343"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://www.kunstundsinn.de/?p=343' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' send='false' /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Kommentar: Berlin verschnarcht Turrell Museum</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 08:21:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Dimitri Hegemann]]></category>
		<category><![CDATA[James Turrell]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im Wasserwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Das stillgelegte Wasserwerk Riemeisterfenn an der Krummen Lanke wäre ein idealer Ort für außergewöhnliche Kunstinstallationen. Dietmar-Maria Hegemann, Mitbegründer des Techno-Clubs Tresor und Kulturunternehmer, will hier ein Museum mit Werken des Lichtkünstlers James Turrell einrichten. Der Amerikaner wäre damit erstmalig in Berlin zu sehen. Wieder: wäre. Turrell ist einer der wichtigsten Protagonisten der kalifornischen „Light and [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_270" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/TurrellJ0601_web_L.jpg"><img class="size-medium wp-image-270" title="TurrellJ0601_web_L" src="http://www.kunstundsinn.de/blog/upload/2011/06/TurrellJ0601_web_L-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">James Turrel, Ganzfeld-Installation</p></div>
<p>Das stillgelegte Wasserwerk Riemeisterfenn an der Krummen Lanke wäre ein idealer Ort für außergewöhnliche Kunstinstallationen.</p>
<p>Dietmar-Maria Hegemann, Mitbegründer des Techno-Clubs Tresor und Kulturunternehmer, will hier ein Museum mit Werken des Lichtkünstlers James Turrell einrichten. Der Amerikaner wäre damit erstmalig in Berlin zu sehen. Wieder: wäre.<span id="more-269"></span></p>
<p>Turrell ist einer der wichtigsten Protagonisten der kalifornischen „Light and Space“ Bewegung, die seit den 1960er Jahren Licht als künstlerisches Medium erfahrbar macht. Turrells Arbeiten sind in Kunstsammlungen weltweit vertreten, etwa im Guggenheim und im MoMa in New York sowie dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles.</p>
<p>Das privat finanzierte Museum im Wasserwerk wäre ein Vorbildprojekt für Berlin. Nochmal: wäre – denn das Vorhaben wird gerade von der Berliner Bürokratie zermahlen.</p>
<p>Eigentlich hat Hegemann ein glückliches Händchen für die Transformation ungewöhnlicher Räume. So verwandelte er im vergangenen Jahr das ehemalige Heizkraftwerk an der Köpenicker Straße in den Kunstraum Trafo.</p>
<p>Bereits vor acht Jahren schloss er einen Pachtvertrag mit den Berliner Wasserbetrieben, um das Wasserwerk im Grunewald mit einem Architektenbüro umzugestalten.</p>
<p>Nachdem Hegemann im oberirdischen Teil des Gebäudes das Ausflugslokal „Ostermann“ eröffnet hat, begann er davon zu träumen, auch die unterirdisch verborgenen, technischen Räume des Wasserwerks mit einer Lichtinstallation zu bespielen.</p>
<p>Die industriegeschichtliche Architektur reizte auch den Kunstmäzen Dieter Rosenkranz, der schon die Temporäre Kunsthalle mit seiner Stiftung Zukunft Berlin gefördert hat. Rosenkranz lud Turrells amerikanischen Galeristen Bill Griffin ein.</p>
<p>Danach geht alles ganz schnell. Turrell reist nach Berlin und entwickelt einen „Skyspace“ für den Pumpenraum sowie eine „Ganzfeld“-Installation, die den kappellenartigen Raum des Reinwasserbehälters in blaues Licht taucht.</p>
<p>Dieter Rosenkranz ersteht das Werk 2008 für eine halbe Million Euro. Auch der Züricher Turrell-Sammler und Galerist Wolfgang Häusler stellt dem Museum zusätzlich mehr als ein Dutzend Frühwerke des Künstlers als Leihgabe in Aussicht.</p>
<p>Hegemann hat zu diesem Zeitpunkt viele Unterstützer, auch in der Politik. Kultursenator André Schmitz gratuliert Hegemann, „das Land Berlin halte das Vorhaben für ein wünschenswertes und bedeutendes Projekt der zeitgenössischen Kunst in Berlin“.</p>
<p>Doch Hegemann hat die Rechnung ohne die Bürokraten gemacht.</p>
<p>Im Frühjahr 2009 schreitet die Wasserschutzbehörde ein. Die Nutzung der unterirdischen Räume und die geplanten Umbauten werden untersagt. Das Trinkwasser könne gefährdet werden, heißt es zur Begründung. Darin beruft sich die Behörde auf ein Gesetz der Alliierten aus dem Jahre 1946 zur hygienischen Überwachung der Berliner Wasserwerke.</p>
<p>Dabei ist das Wasserwerk seit Jahren außer Betrieb. Egal, sagt die Behörde, denn ein auf dem weitläufigen Gelände liegender Brunnen soll 2016 eventuell wieder aktiviert werden. Wenn dann Museumsbesucher über das Gelände trampeln, könnten sie das Trinkwasser verschmutzen.</p>
<p>Hegemann kann darüber nur den Kopf schütteln. Schließlich würde es im Kunst-Wasserwerk mit der kontemplativen Arbeit von Turrell nicht wie auf einem Jahrmarkt zugehen. Geplant sind limitierte Führungen mit Anmeldung, wie in Christian Boros Kunstbunker.</p>
<p>Auf mehreren Treffen mit Vertretern der Wasserschutzbehörde hat Hegemann eine zeitlich begrenzte Nutzung des Wasserwerks für die nächsten fünf Jahre vorgeschlagen, doch die Fronten bleiben verhärtet. Ein hilfesuchender Brief Hegemanns an den erst so begeisterten Kultursenator Schmitz und Bürgermeister Klaus Wowereit blieb bis heute ohne Antwort.</p>
<p>Am 23. Juni will Hegemann das Projekt, in das er nach eigenen Angaben bereits 300.000 Euro gesteckt hat, um 17 Uhr im Rathhaus Zehlendorf öffentlich vorstellen.</p>
<p>Bis Ende des Sommers muss eine Lösung gefunden werden. Sonst will Hegemann die teure Miete des Wasserwerks aufgeben und das Turrell-Projekt begraben. Dann hätte Berlin die einmalige Chance auf ein Museum dieses außergewöhnlichen Künstlers verschnarcht.</p>
<p><strong>Laila Niklaus (TIP</strong><strong> Heft 14/2011)</strong></p>
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